Produktinformation: Aimovig® 70 mg / 140 mg Injektionslösung (Fertigspritze / Fertigpen)
Wirkstoff und Zusammensetzung:
Wirkstoff: Erenumab (als Erenumab-aooe), ein vollständig humaner monoklonaler IgG2-Antikörper.
Hilfsstoffe: Saccharose, Polysorbat 80, Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung), Essigsäure 99 %, Wasser für Injektionszwecke.
Das Präparat enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis und gilt damit als nahezu natriumfrei. Es enthält kein Lactose oder Gluten; tierischen Ursprungs ist nur der biotechnologisch hergestellte Antikörper – daher nicht vegan.
Darreichungsform:
Klare bis leicht gelbliche Injektionslösung zur subkutanen Anwendung.
Anwendungsgebiete:
Prophylaxe (Vorbeugung) der Migräne bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat.
Dosierung und Anwendung:
Empfohlene Dosis: 70 mg alle 4 Wochen.
Manche Patienten profitieren von 140 mg alle 4 Wochen.
Die Injektion erfolgt subkutan (Bauch, Oberschenkel, Oberarm – letzteres nur durch geschulte Personen). Patienten können nach Anleitung selbst injizieren.
Es spielt keine Rolle, ob die Injektion vor oder nach dem Essen erfolgt.
Wichtige Hinweise zur Handhabung:
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Im Kühlschrank lagern (2–8 °C), nicht einfrieren.
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Vor Anwendung 30 Minuten auf Raumtemperatur bringen.
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Nicht schütteln oder erhitzen.
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Jeder Pen / jede Spritze ist zum Einmalgebrauch bestimmt.
Gegenanzeigen:
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Überempfindlichkeit gegen Erenumab oder einen sonstigen Bestandteil.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:
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Obstipation (Verstopfung) ist eine häufige Nebenwirkung; bei schwerer Obstipation ggf. Therapieabbruch erwägen.
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Überempfindlichkeitsreaktionen (Ausschlag, Angioödem, Anaphylaxie) können auftreten – Patienten müssen über Symptome informiert werden.
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Latexwarnung: Die Kappe enthält Naturkautschuk.
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Nicht untersucht bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit und Kindern < 18 Jahren.
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Bei älteren Patienten keine Dosisanpassung notwendig.
Wechselwirkungen:
Keine relevanten Interaktionen bekannt. Studien zeigen keine Wechselwirkungen mit oralen Kontrazeptiva oder Sumatriptan.
Nebenwirkungen (häufigste):
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Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerz, Rötung, Juckreiz)
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Obstipation
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Muskelspasmen
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Pruritus (Juckreiz)
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Selten: Ausschlag, Haarausfall, Läsionen im Mundbereich
Die meisten Nebenwirkungen sind mild bis mäßig ausgeprägt.
Überdosierung:
Keine dosislimitierende Toxizität bis 280 mg beobachtet. Symptomatische Behandlung empfohlen.
Pharmakologie (Wirkmechanismus):
Erenumab blockiert den Rezeptor des CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide), eines Neuropeptids, das an der Entstehung von Migräne beteiligt ist. Durch die Rezeptorhemmung wird die Migränehäufigkeit deutlich reduziert.
Lagerung und Haltbarkeit:
Haltbarkeit 3 Jahre.
Nach Entnahme aus dem Kühlschrank innerhalb von 7 Tagen bei Raumtemperatur (bis 25 °C) anwenden oder entsorgen.
Besondere Patientengruppen:
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Keine Anwendung unter 18 Jahren (Sicherheit nicht erwiesen).
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Keine Dosisanpassung bei leichter/mittlerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung erforderlich.
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Bei Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung.
Hersteller:
Novartis Europharm Ltd., Dublin 4, Irland
In Deutschland: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Verfügbarkeit:
Verschreibungspflichtig.
Allgemeine Hinweise zur Wirkweise:
Aimovig gehört zu den ersten monoklonalen Antikörpern gegen den CGRP-Rezeptor. CGRP spielt eine zentrale Rolle bei der Schmerzleitung und Gefäßerweiterung während der Migräneattacke. Durch die Blockade des Rezeptors kann die Häufigkeit von Attacken gesenkt werden, ohne dass klassische Schmerzmittel benötigt werden. Wirkungseintritt oft innerhalb der ersten 3 Monate.
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