Alka-Seltzer® classic (Bayer Vital GmbH)

3 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 07.08.2025

Produktdatenbankeintrag – Alka-Seltzer® classic (Bayer Vital GmbH)

 

Arzneiform und Wirkstoff:

Alka-Seltzer® classic ist eine Brausetablette zur oralen Anwendung und enthält 324 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tablette. Weitere relevante Inhaltsstoffe: Natriumbenzoat (0,013 mg), Natrium (445 mg/Tablette).

 

Anwendungsgebiete:

Zur symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen (z. B. Kopf-, Zahn-, Gliederschmerzen) und Fieber. Häufig verwendet bei Erkältungskrankheiten.

 

Dosierung und Anwendung:

Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen 2 Brausetabletten (648 mg ASS) als Einzeldosis, bis maximal 8 Tabletten pro Tag (2592 mg ASS). Einnahme erfolgt in Wasser gelöst, nicht auf nüchternen Magen. Einzeldosen im Abstand von 4–8 Stunden. Dauer der Anwendung ohne ärztlichen Rat: max. 4 Tage.

Nicht für Kinder unter 12 Jahren ohne ärztliche Anweisung geeignet.

 

Besondere Hinweise zur Zusammensetzung:

Das Produkt enthält hohe Mengen Natrium (445 mg pro Tablette) und ist nicht geeignet bei natriumarmer Diät. Es enthält keine Hinweise zu Laktose, Gluten oder tierischen Bestandteilen – es liegen keine Angaben vor, ob das Produkt laktosefrei, glutenfrei oder vegan ist.

 

Gegenanzeigen:

Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen ASS oder andere Salicylate, Asthmaanfällen nach NSAR-Einnahme, Magen-Darm-Geschwüren, Blutungsneigung, schwerem Leber-, Nieren- oder Herzversagen, gleichzeitiger Einnahme von Methotrexat ≥15 mg/Woche sowie im letzten Trimenon der Schwangerschaft.

 

Wechselwirkungen:

Verstärkte Wirkung/Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme mit:

– Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmern, anderen NSAR, SSRIs, Methotrexat, Digoxin, Valproinsäure, systemischen Glukokortikoiden, Alkohol

– Verstärktes Blutungsrisiko insbesondere bei Kombination mit Thrombolytika oder Clopidogrel

– Abschwächung der Wirkung von: Diuretika, ACE-Hemmern und Urikosurika

 

Schwangerschaft und Stillzeit:

Im 3. Trimenon kontraindiziert. Im 1. und 2. Trimenon nur, wenn unbedingt notwendig und so kurz wie möglich. ASS kann ab SSW 20 zu Oligohydramnion oder Ductus-arteriosus-Verengung führen.

Stillzeit: Bei kurzfristiger Anwendung in niedriger Dosis ist keine Stillunterbrechung erforderlich.

 

Nebenwirkungen:

– Häufigkeit nicht immer abschätzbar

– Mögliche Nebenwirkungen:

– Blutungen (z. B. Nasenbluten, Magen-Darm-Blutungen, verlängerte Blutungszeit)

– Magen-Darm-Beschwerden, Ulzera, Übelkeit

– Hautreaktionen, allergische Reaktionen bis hin zu anaphylaktischem Schock

– Nierenfunktionsstörungen

– ZNS-Symptome wie Tinnitus, Schwindel, Verwirrtheit bei Überdosierung

 

Überdosierung:

Symptome reichen von Übelkeit, Tinnitus, Schwindel bis zu schwerwiegenden Komplikationen wie metabolischer Azidose, Hyperventilation, Krampfanfällen, Nierenversagen, Schock oder Koma.

 

Pharmakodynamik:

ASS wirkt analgetisch, antipyretisch, antiphlogistisch und thrombozytenaggregationshemmend. Wirkung beruht auf irreversibler Hemmung der Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2).

 

Pharmakokinetik:

Schnelle Resorption im Magen-Darm-Trakt, Umwandlung in Salicylsäure, Metabolisierung in der Leber, Ausscheidung renal. Halbwertszeit ist dosisabhängig (2–15 Stunden).

 

Aufbewahrung & Haltbarkeit:

Nicht über 25 °C lagern. Haltbarkeit: 3 Jahre.

 

Packungsgröße und Apothekenpflicht:

Packung mit 20 Brausetabletten. Apothekenpflichtig.

 

Beratungsrelevante Hinweise für Apotheken:

Nicht auf nüchternen Magen einnehmen

Nicht geeignet bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Nierenproblemen (wegen Natrium und potenzieller ASS-Wirkung)

Kinder unter 12 Jahren nur auf ärztliche Anweisung (Reye-Syndrom)

Gichtanfälle möglich bei disponierten Personen durch verminderte Harnsäureausscheidung

Bei häufigem Gebrauch Risiko für Analgetika-Kopfschmerz und Nephropathie

– Patienten über mögliche Interaktionen mit Blutverdünnern, Methotrexat, SSRIs etc. aktiv informieren.

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