Produktdatenbankeintrag – Alka-Seltzer® classic (Bayer Vital GmbH)
Arzneiform und Wirkstoff:
Alka-Seltzer® classic ist eine Brausetablette zur oralen Anwendung und enthält 324 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tablette. Weitere relevante Inhaltsstoffe: Natriumbenzoat (0,013 mg), Natrium (445 mg/Tablette).
Anwendungsgebiete:
Zur symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen (z. B. Kopf-, Zahn-, Gliederschmerzen) und Fieber. Häufig verwendet bei Erkältungskrankheiten.
Dosierung und Anwendung:
Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen 2 Brausetabletten (648 mg ASS) als Einzeldosis, bis maximal 8 Tabletten pro Tag (2592 mg ASS). Einnahme erfolgt in Wasser gelöst, nicht auf nüchternen Magen. Einzeldosen im Abstand von 4–8 Stunden. Dauer der Anwendung ohne ärztlichen Rat: max. 4 Tage.
Nicht für Kinder unter 12 Jahren ohne ärztliche Anweisung geeignet.
Besondere Hinweise zur Zusammensetzung:
Das Produkt enthält hohe Mengen Natrium (445 mg pro Tablette) und ist nicht geeignet bei natriumarmer Diät. Es enthält keine Hinweise zu Laktose, Gluten oder tierischen Bestandteilen – es liegen keine Angaben vor, ob das Produkt laktosefrei, glutenfrei oder vegan ist.
Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen ASS oder andere Salicylate, Asthmaanfällen nach NSAR-Einnahme, Magen-Darm-Geschwüren, Blutungsneigung, schwerem Leber-, Nieren- oder Herzversagen, gleichzeitiger Einnahme von Methotrexat ≥15 mg/Woche sowie im letzten Trimenon der Schwangerschaft.
Wechselwirkungen:
Verstärkte Wirkung/Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme mit:
– Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmern, anderen NSAR, SSRIs, Methotrexat, Digoxin, Valproinsäure, systemischen Glukokortikoiden, Alkohol
– Verstärktes Blutungsrisiko insbesondere bei Kombination mit Thrombolytika oder Clopidogrel
– Abschwächung der Wirkung von: Diuretika, ACE-Hemmern und Urikosurika
Schwangerschaft und Stillzeit:
Im 3. Trimenon kontraindiziert. Im 1. und 2. Trimenon nur, wenn unbedingt notwendig und so kurz wie möglich. ASS kann ab SSW 20 zu Oligohydramnion oder Ductus-arteriosus-Verengung führen.
Stillzeit: Bei kurzfristiger Anwendung in niedriger Dosis ist keine Stillunterbrechung erforderlich.
Nebenwirkungen:
– Häufigkeit nicht immer abschätzbar
– Mögliche Nebenwirkungen:
– Blutungen (z. B. Nasenbluten, Magen-Darm-Blutungen, verlängerte Blutungszeit)
– Magen-Darm-Beschwerden, Ulzera, Übelkeit
– Hautreaktionen, allergische Reaktionen bis hin zu anaphylaktischem Schock
– Nierenfunktionsstörungen
– ZNS-Symptome wie Tinnitus, Schwindel, Verwirrtheit bei Überdosierung
Überdosierung:
Symptome reichen von Übelkeit, Tinnitus, Schwindel bis zu schwerwiegenden Komplikationen wie metabolischer Azidose, Hyperventilation, Krampfanfällen, Nierenversagen, Schock oder Koma.
Pharmakodynamik:
ASS wirkt analgetisch, antipyretisch, antiphlogistisch und thrombozytenaggregationshemmend. Wirkung beruht auf irreversibler Hemmung der Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2).
Pharmakokinetik:
Schnelle Resorption im Magen-Darm-Trakt, Umwandlung in Salicylsäure, Metabolisierung in der Leber, Ausscheidung renal. Halbwertszeit ist dosisabhängig (2–15 Stunden).
Aufbewahrung & Haltbarkeit:
Nicht über 25 °C lagern. Haltbarkeit: 3 Jahre.
Packungsgröße und Apothekenpflicht:
Packung mit 20 Brausetabletten. Apothekenpflichtig.
Beratungsrelevante Hinweise für Apotheken:
– Nicht auf nüchternen Magen einnehmen
– Nicht geeignet bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Nierenproblemen (wegen Natrium und potenzieller ASS-Wirkung)
– Kinder unter 12 Jahren nur auf ärztliche Anweisung (Reye-Syndrom)
– Gichtanfälle möglich bei disponierten Personen durch verminderte Harnsäureausscheidung
– Bei häufigem Gebrauch Risiko für Analgetika-Kopfschmerz und Nephropathie
– Patienten über mögliche Interaktionen mit Blutverdünnern, Methotrexat, SSRIs etc. aktiv informieren.
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