Aquipta (Atogepant) 10 mg / 60 mg

4 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 10.23.2025

Produktname: Aquipta (Atogepant) 10 mg / 60 mg, Tabletten. Hersteller: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Arzneimittel zur Prophylaxe der Migräne bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat; ▼zusätzliche Überwachung. Quelle: Fachinformation, Stand Mai 2025. 

 

Zusammensetzung und Form: Wirkstoff Atogepant, je Tablette 10 mg bzw. 60 mg. Hilfsstoffe u. a. Copovidon, Tocofersolan, Mannitol, mikrokristalline Cellulose, Natriumchlorid, Croscarmellose-Natrium, hochdisperses Siliciumdioxid, Natriumstearylfumarat. 60-mg-Tablette enthält 31,5 mg Natrium; 10-mg-Tablette ist nahezu natriumfrei (<23 mg). Keine explizite „frei von“-Kennzeichnung; anhand der Hilfsstoffliste finden sich keine typischen Quellen für Laktose oder Gluten. Vegan/vegetarisch kann nicht sicher beurteilt werden (Quelle der Stearinsäure in Natriumstearylfumarat nicht spezifiziert). 

 

Anwendungsgebiet: Prophylaxe von Migräne bei Erwachsenen (≥4 Migränetage/Monat). 

 

Dosierung und Anwendung: Standarddosis 60 mg einmal täglich, mit oder ohne Mahlzeit; Tabletten unzerkaut schlucken (nicht teilen/zerdrücken/zerkauen). Versäumte Dosis möglichst bald nachholen; ist ein ganzer Tag verpasst, keine Nachholung—am nächsten Tag regulär fortfahren. 

 

Dosisanpassungen: Bei starken CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Clarithromycin, Ritonavir) oder starken OATP-Inhibitoren (z. B. Rifampicin Einzeldosis, Ciclosporin, Ritonavir) 10 mg einmal täglich. Bei schwerer Niereninsuffizienz (CrCl 15–29 ml/min) oder terminaler Niereninsuffizienz (ESRD, CrCl <15 ml/min) 10 mg einmal täglich; bei Dialyse möglichst nach der Dialyse einnehmen. Bei schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) Anwendung vermeiden; bei leichter/mittlerer Leberinsuffizienz keine Anpassung. Ältere Patienten: keine Anpassung nötig. Kinder/Jugendliche: keine Daten, nicht erwiesen. 

 

Einnahmehinweise (vor/nach dem Essen): Nahrungsaufnahme beeinflusst die Wirksamkeit klinisch nicht relevant; Einnahme unabhängig von Mahlzeiten möglich. 

 

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Atogepant oder einen der Bestandteile. 

 

Wichtige Warnhinweise: Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (inkl. Anaphylaxie, Dyspnoe, Hautreaktionen, Gesichtsödem) sind berichtet—bei Symptomen sofort absetzen und behandeln. Somnolenz/Fatigue möglich; bis zur individuellen Abklärung Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen/Bedienen von Maschinen. 

 

Wechselwirkungen (Auswahl, praxisrelevant): Starke CYP3A4-Inhibitoren und starke OATP-Inhibitoren erhöhen die Exposition → Dosis 10 mg. Starke/mehrfache CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin) senken die Exposition deutlich; auch Topiramat (schwacher Induktor) reduziert Spiegel. Keine klinisch relevanten Interaktionen mit kombinierten oralen Kontrazeptiva (Ethinylestradiol/Levonorgestrel), Paracetamol, Naproxen, Sumatriptan, Ubrogepant, Famotidin oder Esomeprazol. Atogepant ist Substrat von P-gp/BCRP und OATP1B1/1B3. 

 

Schwangerschaft/Stillzeit/Fertilität: Anwendung in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne sichere Kontrazeption wird nicht empfohlen (tierexperimentelle Reproduktionstoxizität). Nach Einzeldosis geringe Übergänge in die Muttermilch; Daten zu Auswirkungen auf das Kind fehlen—Nutzen/Risiko individuell abwägen. Keine Human-Daten zur Fertilität; tierexperimentell keine Beeinträchtigung. 

 

Nebenwirkungen (häufigste): Übelkeit (~9 %), Verstopfung (~8 %), Fatigue/Somnolenz (~5 %); meist leicht bis mäßig, selten Therapieabbruch (Übelkeit 0,4 %). Gelegentlich Transaminasenanstieg (ALT/AST ≥3× ULN); in Studien ähnlich häufig wie unter Placebo und reversibel. Gewichtsabnahme ≥7 % kann auftreten. Verdachtsfälle bitte an das BfArM melden. 

 

Überdosierung: Bis 300 mg Einzeldosis bzw. 170 mg täglich ohne spezifische Toxizitäten beobachtet; keine Antidot-Therapie—supportiv überwachen. 

 

Wirksamkeit (Kernaussagen zur Beratung): Wirkungseintritt bereits im ersten 4-Wochen-Intervall beobachtet. Episodische Migräne (ADVANCE): −1,7 monatliche Migränetage vs. Placebo über 12 Wochen; 50 %-Responder 59 % vs. 29 %. Chronische Migräne (PROGRESS): −1,7 MMD vs. Placebo; 50 %-Responder 40 % vs. 27 %. Langzeit-Open-Label bis 1 Jahr mit anhaltender Reduktion (im Monat 49–52 im Mittel −5,2 Tage; ≥50 %-Responder ~84 %). 

 

Besondere Patientengruppen und Inhaltsstoffhinweise: Bei schwerer Niereninsuffizienz/ESRD reduzierte Dosis (10 mg). Bei schwerer Leberinsuffizienz vermeiden. 60-mg-Tablette enthält 31,5 mg Natrium (≈1,6 % der WHO-Maximalzufuhr/Tag). Keine expliziten Angaben zu Laktose/Gluten/Veganität; anhand der Hilfsstoffliste keine offensichtliche Laktose-/Glutenquelle, aber formale „frei von“-Deklaration fehlt. 

 

Häufige Kundenfragen – Kurzantworten:

• „Vor oder nach dem Essen?“ – Beliebig, unabhängig von Mahlzeiten. 

• „Wie schnell wirkt es?“ – Erste signifikante Reduktion der Migränetage meist innerhalb der ersten 4 Wochen. 

• „Verträgt es sich mit der Pille?“ – Keine relevanten Interaktionen mit EE/Levonorgestrel gezeigt. 

• „Fahren/Arbeiten?“ – Vorsicht wegen möglicher Somnolenz, individuell prüfen. 

• „Schwangerschaft/Stillen?“ – In Schwangerschaft nicht empfohlen; Stillen individuell abwägen. 

 

Beratungs-Checkliste Apotheke: Indikation ≥4 MMD prüfen; Komedikationen auf starke CYP3A4/OATP-Inhibitoren/Induktoren checken; Nieren-/Leberfunktion erfragen; Allergieanamnese; Einnahmemodus erklären (1× täglich, ganze Tablette, Umgang mit vergessener Dosis); Nebenwirkungen und Meldewege besprechen; Hinweis auf möglichen frühen Wirkungseintritt und realistische Ziele (z. B. 50 %-Responder-Chance). 

 

Packungsbeilage unter:


https://www.fachinfo.de/fi/pdf/025223#:~:text=AQUIPTA%20wird%20angewendet%20zur%20Prophylaxe,tens%204%20Migr%C3%A4netagen%20pro%20Monat.&text=Dosierung%20Die%20empfohlene%20Dosis%20betr%C3%A4gt,ohne%20eine%20Mahlzeit%20eingenommen%20werden.

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