Produktname: Cyklokapron® 500 mg Filmtabletten
Wirkstoff: Tranexamsäure – 500 mg pro Filmtablette
Darreichungsform: Weiße, oblongförmige Filmtablette mit Bruchkerbe und Prägung „CY“
Pharmakologische Kategorie: Antifibrinolytikum (ATC-Code: B02AA02)
Anwendungsgebiete
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Hypermenorrhoe (starke Monatsblutung)
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Behandlung und Prophylaxe von Blutungen infolge lokaler oder generalisierter Hyperfibrinolyse, z. B.:
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Nach operativen Eingriffen (Prostatektomie, Konisation der Zervix)
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Bei Prostatakarzinomen, Promyelozytenleukämie
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Bei Hämoptoe (Bluthusten), gastrointestinalen Blutungen, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz
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Zur Vorbeugung von Ödemen bei hereditärem Angioödem
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Bei Willebrand-Jürgens-Syndrom oder Hämophilie A
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Dosierung und Anwendung
Allgemein: 3–4 g Tranexamsäure täglich (6–8 Tabletten); höhere Dosen steigern die Wirkung nicht.
Beispiele:
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Hypermenorrhoe: 3× 2 Tabletten täglich, maximal 4 g (8 Tabletten) pro Tag, maximal 4 Tage pro Zyklus. Einnahme erst nach Beginn der Regelblutung.
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Nach Prostatektomie: 3× 1–2 Tabletten täglich bis zu 7 Tage.
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Hereditäres Angioödem: 3× 1,5 g täglich (3× 3 Tabletten); Langzeitprophylaxe bis 50 mg/kg KG täglich.
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Nierenfunktionsstörung: Dosisreduktion gemäß Serum-Kreatinin.
Art der Einnahme: Unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (z. B. Wasser) einnehmen. Einnahme unabhängig von Mahlzeiten.
Kinder: 25 mg/kg Körpergewicht pro Dosis (Datenlage begrenzt).
Gegenanzeigen
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Überempfindlichkeit gegen Tranexamsäure oder Hilfsstoffe
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Akute Thrombosen oder thromboembolische Erkrankungen
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Zustand nach Thrombose (venös oder arteriell)
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Schwere Niereninsuffizienz
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Krampfanfälle oder Störungen des Farbsehens in der Anamnese
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Massive Blutungen aus oberen Harnwegen
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Schwangerschaft (außer vitaler Indikation in der Spätschwangerschaft)
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
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Erhöhtes Risiko für Krampfanfälle bei hohen Dosen oder i.v.-Gabe
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Thromboserisiko: Vor Behandlungsbeginn auf Risikofaktoren prüfen
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Langzeitbehandlung: Regelmäßige augenärztliche Kontrollen empfohlen
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Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung oraler Kontrazeptiva (Thromboserisiko)
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Nicht zur Anwendung bei disseminierter intravasaler Gerinnung geeignet
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Bei Hypermenorrhoe erst nach Abklärung der Blutungsursache einsetzen
Wechselwirkungen
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Keine klinisch relevanten Wechselwirkungen bekannt
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Gleichzeitige Anwendung mit Antikoagulanzien nur unter ärztlicher Überwachung
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Nicht kombinieren mit Chlorpromazin bei subarachnoidalen Blutungen
Nebenwirkungen
Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (meist mild und vorübergehend)
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel
Gelegentlich: Allergische Hautreaktionen
Selten: Farbensehstörungen, thromboembolische Ereignisse (Lungenembolie, Schlaganfall)
Sehr selten: Thrombozytopenie, Anaphylaxie
Nicht bekannt: Krampfanfälle bei falscher Anwendung
Überdosierung
Mögliche Symptome: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Krampfanfälle.
Therapie: Symptomatisch (Magenspülung, Aktivkohle, ausreichende Diurese). Kein spezifisches Antidot bekannt.
Pharmakologische Eigenschaften
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Wirkmechanismus: Hemmung der Fibrinspaltung durch Blockade der Plasminogenbindung; antifibrinolytisch.
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Bioverfügbarkeit: ca. 35 %
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Halbwertszeit: ca. 3 Stunden
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Ausscheidung: Überwiegend unverändert renal (90 % innerhalb 12 h).
Sonstige Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose, Talkum, Magnesiumstearat (pflanzlich), hochdisperses Siliciumdioxid, Povidon K25, basisches Butylmethacrylat-Copolymer, Titandioxid, Macrogol 8000, Vanillin.
Hinweise zur Verträglichkeit:
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Keine Hinweise auf Laktose oder Gluten → laktosefrei, glutenfrei.
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Enthält keine tierischen Bestandteile → vegan geeignet.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
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3 Jahre haltbar
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Keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
Packungsgrößen
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20 (Stück N1)
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50 (Stück N2)
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100 (Stück N3)
Pharmazeutischer Unternehmer
Viatris Healthcare GmbH
Lütticher Straße 5, 53842 Troisdorf
Zulassungsnummer: 6376142.00.00
Stand der Information: März 2024
Verschreibungspflichtig
Allgemeine Hinweise zur Wirkweise
Tranexamsäure stabilisiert Blutgerinnsel, indem sie den Abbau von Fibrin hemmt. Sie wirkt also nicht blutstillend im Sinne einer Gefäßverengung, sondern schützt bestehende Gerinnsel vor Auflösung.
Nicht zur Behandlung von Bluthochdruck, Schmerzen oder Entzündungen geeignet. Bei Hypermenorrhoe wirkt sie symptomatisch – sie beeinflusst nicht den hormonellen Zyklus.
1) Mehr zum Produkt in der Fachinformation:
https://www.fachinfo.de/fi/pdf/007045/cyklokapron-r-500-mg-filmtabletten
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