1) FAQ – kompakte Übersicht (für Datenbank/Training)
Hinweis: Die Fragen/Antworten stammen aus der dermoprotect-FAQ und sind hier laienverständlich auf Deutsch zusammengefasst; bei widersprüchlichen oder uneinheitlichen Formulierungen habe ich neutralisiert, ohne den Sinn zu verändern. Quellen sind jeweils verlinkt.
Plattform & Arbeitsweise
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Ziele von dermoprotect – Sichtbar machen von gesundheitsfreundlichen Apothekenprodukten, Reduktion des Eintrags bedenklicher Stoffe, Schutz von Gesundheit, Biodiversität & Klima; Produkte werden regelmäßig überprüft.
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Wie nutze ich die Seite? – Über „Indikationen“ (Diagnose/Kategorie) oder Produktsuche. Fehlt ein Produkt: entweder (noch) nicht gelistet oder enthält zu viele fragliche Inhaltsstoffe. Markenliste zeigt, ob der Hersteller schon geprüft wurde.
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Unabhängigkeit & Finanzierung – Keine Einflussnahme auf Bewertungen; Finanzierung u. a. über Werbung/Sponsoring, aber getrennt von der Bewertung.
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Verpackung aus Plastik – warum trotzdem gelistet? – Mangels wirklich umweltfreundlicher Alternative nicht Teil der Bewertung; Recyclinggründe und Energieaufwand von Glas/Alu werden erläutert.
Inhaltsstoffe & Begriffe
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Was ist Kunststoff? – Industriell hergestellte Stoffe (meist fossilbasiert); in Kosmetik als Mikroplastik (Hautgefühl), als Makroplastik v. a. Verpackung.
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Mikro- vs. Makroplastik – <5 mm vs. Verpackungen/Gebrauchsgegenstände; Mikroplastik reichert sich in Umwelt/Luft/Meeren an, ist (sehr) schwer abbaubar, potenziell gesundheitsrelevant.
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Flüssige Polymere – Industrielle Polymerketten in flüssig/gel/wachs-Form (z. B. Verdicker/Bindemittel); meist fossilbasiert und schwer biologisch abbaubar.
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Nanopartikel – 1–100 nm; Kennzeichnung „(nano)“ in INCI erforderlich; häufig Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂) in Sonnenschutz.
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„Biologisch abbaubar“ – Mikroorganismen bauen Stoffe so ab, dass sie in den Naturkreislauf zurückkehren, ohne ihn zu schädigen.
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Endokrine Disruptoren – Hormonaktive Stoffe mit Risiken (z. B. Reproduktion, Krebs, Verhalten); Orientierung an ECHA. Ausnahme: Retinol & Salicylsäure dürfen (therapiebezogen) vorkommen, finale ECHA-Bewertung bleibt abzuwarten.
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PFAS in Kosmetik – „Ewigkeitschemikalien“ (extrem persistent), gelangen über Abwasser in Umwelt & Nahrungskette; Verdacht auf Schilddrüsen-/Leber-Störungen, Bezug zu Adipositas/Diabetes/Krebs; Hinweise auf Fertilitäts- und Entwicklungsprobleme.
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Silikone – Täuschen glattes Hautgefühl vor, dringen nicht ein; umweltschädlich (schwer bis nicht abbaubar), Akkumulation bis ins Grund-/Trinkwasser.
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Besonders schädliche Tenside – Vor allem anionische Tenside mit „-sulfate“ (z. B. SLS/SLES): Haut/Schleimhaut-reizend, schwer abbaubar, bleiben länger im Wasser als pflanzliche Alternativen.
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Aluminium – Aufnahme u. a. über Antitranspirantien/Zahncreme; BfR (2020): gesundheitliche Effekte aus Antitranspirantien „unwahrscheinlich“, gesamt-körperliche Akkumulation über mehrere Quellen möglich; daher Ausschluss.
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Wirkstoffe (AM) – Nicht Gegenstand der Plattform-Bewertung (eigenes Arzneimittelrecht).
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Azo-Farbstoffe – Können Allergien auslösen und zu Anilin (krebserregend) abgebaut werden; bestimmte Gelb/Rot-Farben sind besonders kritisch.
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UV-Filter – Alle Filter nicht biologisch abbaubar; Sonnencreme wird grundsätzlich gelistet, wenn keine anderen bedenklichen Stoffe enthalten sind. Nicht gelistet: Formulierungen mit Benzophenonen (hormonaktiv/krebserregend) sowie mit Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂) (umweltschädlich für Mikroorganismen; oft als Nanopartikel, Penetration unklar). Dermoprotect listet stattdessen Formulierungen mit EcoSun-Pass-konformen organischen Filtern (z. B. eco elio).
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Additive in Kunststoffen – ~10.500; einige toxisch bzw. löslich; Kontext für Plastikproblematik.
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Erdöl-/Palmöl-basiert & „wassersparend“ – Werden zusätzlich ausgewiesen (Transparenz), ohne Einfluss auf die Listung; „wassersparend“ nur mit Hersteller-Nachweis.
2) Kriterien zur Listung – mit Begründung
Dermoprotect listet nur Produkte, wenn sie frei sind von folgenden Gruppen (Auszug wird auch auf Produkt-/Markenseiten als „Guidelines“ wiederholt). Ich ergänze kurz warum diese Gruppen im Fokus stehen:
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Mikroplastik – persistente Partikel, reichern sich in Umwelt an; potenziell gesundheitsrelevant; Eintrag v. a. über Abwasser.
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Flüssige Polymere – Fossilbasiert, meist nicht bzw. schwer biologisch abbaubar; mengenmäßig relevant in Kosmetik (z. B. Verdicker, Filmbildner).
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PFAS (per-/polyfluorierte Alkylsubstanzen) – extrem persistent („Ewigkeitschemikalien“) & mobil, globale Verbreitung; Hinweise auf Schilddrüse/Leber, Adipositas/Diabetes/Krebs, Fruchtbarkeit/Entwicklung.
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Endokrine Disruptoren (hormonaktive Stoffe) – Risiken für Reproduktion, Krebs, Verhalten; Orientierung an ECHA. (Ausnahmen: Retinol/Salicylsäure bei klarer therapeutischer Relevanz.)
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Silikone – Täuschen Hautgefühl, keine Regeneration, umweltschädlich (schwer abbaubar), Akkumulation bis Grundwasser/Trinkwasser.
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Aluminium – Mehrquellen-Exposition (Kosmetik, Wasser, Lebensmittel, AM); trotz BfR-Einschätzung („unwahrscheinlich“) wird Vorsorgeprinzip angewandt → Ausschluss.
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Nanopartikel – Kennzeichnungspflicht (nano); häufig Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂); ökologische Toxizität (Mikroorganismen), Durchtritt der Hautbarriere unklar → Ausschluss in Sonnencremes.
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Besonders schädliche Tenside/Emulgatoren – Vor allem „-sulfate“: reizend, schlechter abbaubar als pflanzliche Alternativen → nicht gelistet.
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Weitere bedenkliche Einzelstoffe – z. B. Azo-Farbstoffe (Allergien, Anilin), bestimmte Benzophenone (UV-Filter, hormonaktiv/krebserregend).
Beleg für die Kriterienliste: Auf der Start-/Über-Seite werden die „Unsere Kriterien“ und die ausgeschlossenen Gruppen genannt; auf Produktseiten steht zusätzlich „Guidelines for our partner sponsorship“ mit derselben Liste.
3) Notizen für die Beratung (aus der Seite ableitbar)
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Sonnencreme ja – aber ohne Benzophenone, Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂) (v. a. Nano). Positives Beispiel: eco elio mit EcoSun-Pass-kompatiblen organischen Filtern (BEMT, DHHB, EHT etc.).
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„Palmölbasiert“/„Erdölbasiert“/„Wassersparend“ sind Transparenz-Labels, keine Ausschlusskriterien (Wasser-Claim nur mit Hersteller-Nachweis).
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Wenn Produkt fehlt: Erst Markenliste prüfen; Abwesenheit kann heißen: (noch) nicht gelistet oder nicht konform.
4) Quellen (dermoprotect)
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FAQ (EN, maßgeblich): Plattform, Methodik, Inhaltsstoff-Erläuterungen, UV-Filter-Regel, BfR-Verweis.
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Start/Über-Seiten (DE): „Unsere Kriterien“ (Liste der auszuschließenden Gruppen).
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Produkt-/Markenseiten: Wiederholung der Guidelines („To be listed…“).
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Sonnencreme-Beispiele (eco elio): gelistete EcoSun-Pass-Formulierungen (ohne Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂)/Benzophenone).
5) Unterschiede bei Zinkoxid: Kosmetika vs. Arzneimittel
Sehr wichtige Differenzierung!
Zinkoxid (ZnO) ist ein alter, bewährter Arznei- und Hilfsstoff – und man muss unterscheiden:
1. Unterschied Kosmetik vs. Arzneimittel
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Problem: Nanogröße (<100 nm) → potenzielle Aufnahme in Umwelt & Organismen, Toxizität für Wasserorganismen, offene Fragen zum Eindringen durch die Haut.
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Deshalb wird ZnO in dermoprotect kritisch bewertet (vor allem Umweltaspekt, Nano-Form).
Kosmetikprodukte (z. B. Sonnenschutz): Hier wird Zinkoxid oft in Nanopartikel-Form eingesetzt, um transparenten UV-Schutz zu erzielen.
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Arzneimittel / Heilsalben (z. B. Multilind Heilsalbe, InfectoSoor Zinksalbe, Dentinox Zinksalbe):
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Enthalten meist mikronisiertes oder klassisches ZnO (gröber, keine „Nano“-Deklaration).
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Wirkprinzip: adstringierend, antimikrobiell, entzündungshemmend, fördert Wundheilung.
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Hier steht der klinische Nutzen im Vordergrund, nicht der kosmetische Effekt.
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Für Arzneimittel gilt eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung – daher wird ZnO hier nicht als Ausschlusskriterium gesehen.
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2. Sicherheit für den Menschen
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Topisch (Salben, Pasten, Cremes):
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Sehr gute Verträglichkeit, auch bei Kindern und Säuglingen (z. B. Windeldermatitis).
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Keine relevante Resorption über intakte Haut.
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Auch bei Langzeitanwendung keine systemischen Probleme dokumentiert.
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Oral (Nahrungsergänzung, Medikamente): ZnO kann aufgenommen werden, ist aber regulär ein wichtiger Spurenelement-Träger (Zink).
3. Umweltperspektive
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Zink ist ein Schwermetall → in hohen Konzentrationen für Wasserorganismen toxisch.
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In Arzneimitteln wird das Risiko in Kauf genommen, da der gesundheitliche Nutzen für Patient:innen klar überwiegt.
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In Kosmetik/Sonnenschutz gilt: Nutzen ist „kosmetisch“, Umweltbelastung vermeidbar → daher strengere Bewertung.
✅ Fazit für die Beratung:
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In Arzneisalben (Multilind, InfectoSoor Zinksalbe, klassische Zinkpaste) ist ZnO kein Problem, sondern therapeutisch sinnvoll und sicher.
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In Sonnenschutzkosmetik oder als „Nano-ZnO“ wird es kritisch gesehen → wegen Umwelttoxizität und Nanopartikel-Fragen.
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Bei dermoprotect werden daher ZnO-haltige Sonnencremes ausgeschlossen, nicht aber medizinische Zinksalben.
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