dermoprotect.de Informationen zur Webseite

6 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 09.09.2025

1) FAQ – kompakte Übersicht (für Datenbank/Training)

 

 

Hinweis: Die Fragen/Antworten stammen aus der dermoprotect-FAQ und sind hier laienverständlich auf Deutsch zusammengefasst; bei widersprüchlichen oder uneinheitlichen Formulierungen habe ich neutralisiert, ohne den Sinn zu verändern. Quellen sind jeweils verlinkt.

 

Plattform & Arbeitsweise

 

  • Ziele von dermoprotect – Sichtbar machen von gesundheitsfreundlichen Apothekenprodukten, Reduktion des Eintrags bedenklicher Stoffe, Schutz von Gesundheit, Biodiversität & Klima; Produkte werden regelmäßig überprüft. 

  • Wie nutze ich die Seite? – Über „Indikationen“ (Diagnose/Kategorie) oder Produktsuche. Fehlt ein Produkt: entweder (noch) nicht gelistet oder enthält zu viele fragliche Inhaltsstoffe. Markenliste zeigt, ob der Hersteller schon geprüft wurde. 

  • Unabhängigkeit & FinanzierungKeine Einflussnahme auf Bewertungen; Finanzierung u. a. über Werbung/Sponsoring, aber getrennt von der Bewertung. 

  • Verpackung aus Plastik – warum trotzdem gelistet? – Mangels wirklich umweltfreundlicher Alternative nicht Teil der Bewertung; Recyclinggründe und Energieaufwand von Glas/Alu werden erläutert. 

 

 

Inhaltsstoffe & Begriffe

 

  • Was ist Kunststoff? – Industriell hergestellte Stoffe (meist fossilbasiert); in Kosmetik als Mikroplastik (Hautgefühl), als Makroplastik v. a. Verpackung. 

  • Mikro- vs. Makroplastik – <5 mm vs. Verpackungen/Gebrauchsgegenstände; Mikroplastik reichert sich in Umwelt/Luft/Meeren an, ist (sehr) schwer abbaubar, potenziell gesundheitsrelevant. 

  • Flüssige Polymere – Industrielle Polymerketten in flüssig/gel/wachs-Form (z. B. Verdicker/Bindemittel); meist fossilbasiert und schwer biologisch abbaubar. 

  • Nanopartikel – 1–100 nm; Kennzeichnung „(nano)“ in INCI erforderlich; häufig Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂) in Sonnenschutz. 

  • „Biologisch abbaubar“ – Mikroorganismen bauen Stoffe so ab, dass sie in den Naturkreislauf zurückkehren, ohne ihn zu schädigen. 

  • Endokrine Disruptoren – Hormonaktive Stoffe mit Risiken (z. B. Reproduktion, Krebs, Verhalten); Orientierung an ECHA. Ausnahme: Retinol & Salicylsäure dürfen (therapiebezogen) vorkommen, finale ECHA-Bewertung bleibt abzuwarten. 

  • PFAS in Kosmetik – „Ewigkeitschemikalien“ (extrem persistent), gelangen über Abwasser in Umwelt & Nahrungskette; Verdacht auf Schilddrüsen-/Leber-Störungen, Bezug zu Adipositas/Diabetes/Krebs; Hinweise auf Fertilitäts- und Entwicklungsprobleme. 

  • Silikone – Täuschen glattes Hautgefühl vor, dringen nicht ein; umweltschädlich (schwer bis nicht abbaubar), Akkumulation bis ins Grund-/Trinkwasser. 

  • Besonders schädliche Tenside – Vor allem anionische Tenside mit „-sulfate“ (z. B. SLS/SLES): Haut/Schleimhaut-reizend, schwer abbaubar, bleiben länger im Wasser als pflanzliche Alternativen. 

  • Aluminium – Aufnahme u. a. über Antitranspirantien/Zahncreme; BfR (2020): gesundheitliche Effekte aus Antitranspirantien „unwahrscheinlich“, gesamt-körperliche Akkumulation über mehrere Quellen möglich; daher Ausschluss. 

  • Wirkstoffe (AM)Nicht Gegenstand der Plattform-Bewertung (eigenes Arzneimittelrecht). 

  • Azo-Farbstoffe – Können Allergien auslösen und zu Anilin (krebserregend) abgebaut werden; bestimmte Gelb/Rot-Farben sind besonders kritisch. 

  • UV-FilterAlle Filter nicht biologisch abbaubar; Sonnencreme wird grundsätzlich gelistet, wenn keine anderen bedenklichen Stoffe enthalten sind. Nicht gelistet: Formulierungen mit Benzophenonen (hormonaktiv/krebserregend) sowie mit Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂) (umweltschädlich für Mikroorganismen; oft als Nanopartikel, Penetration unklar). Dermoprotect listet stattdessen Formulierungen mit EcoSun-Pass-konformen organischen Filtern (z. B. eco elio). 

  • Additive in Kunststoffen – ~10.500; einige toxisch bzw. löslich; Kontext für Plastikproblematik. 

  • Erdöl-/Palmöl-basiert & „wassersparend“ – Werden zusätzlich ausgewiesen (Transparenz), ohne Einfluss auf die Listung; „wassersparend“ nur mit Hersteller-Nachweis. 

 

 


 

 

2) Kriterien zur Listung – mit Begründung

 

 

Dermoprotect listet nur Produkte, wenn sie frei sind von folgenden Gruppen (Auszug wird auch auf Produkt-/Markenseiten als „Guidelines“ wiederholt). Ich ergänze kurz warum diese Gruppen im Fokus stehen:

 

  1. Mikroplastikpersistente Partikel, reichern sich in Umwelt an; potenziell gesundheitsrelevant; Eintrag v. a. über Abwasser. 

  2. Flüssige PolymereFossilbasiert, meist nicht bzw. schwer biologisch abbaubar; mengenmäßig relevant in Kosmetik (z. B. Verdicker, Filmbildner). 

  3. PFAS (per-/polyfluorierte Alkylsubstanzen)extrem persistent („Ewigkeitschemikalien“) & mobil, globale Verbreitung; Hinweise auf Schilddrüse/Leber, Adipositas/Diabetes/Krebs, Fruchtbarkeit/Entwicklung. 

  4. Endokrine Disruptoren (hormonaktive Stoffe) – Risiken für Reproduktion, Krebs, Verhalten; Orientierung an ECHA. (Ausnahmen: Retinol/Salicylsäure bei klarer therapeutischer Relevanz.) 

  5. SilikoneTäuschen Hautgefühl, keine Regeneration, umweltschädlich (schwer abbaubar), Akkumulation bis Grundwasser/Trinkwasser. 

  6. AluminiumMehrquellen-Exposition (Kosmetik, Wasser, Lebensmittel, AM); trotz BfR-Einschätzung („unwahrscheinlich“) wird Vorsorgeprinzip angewandt → Ausschluss. 

  7. NanopartikelKennzeichnungspflicht (nano); häufig Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂); ökologische Toxizität (Mikroorganismen), Durchtritt der Hautbarriere unklar → Ausschluss in Sonnencremes. 

  8. Besonders schädliche Tenside/Emulgatoren – Vor allem „-sulfate“: reizend, schlechter abbaubar als pflanzliche Alternativen → nicht gelistet. 

  9. Weitere bedenkliche Einzelstoffe – z. B. Azo-Farbstoffe (Allergien, Anilin), bestimmte Benzophenone (UV-Filter, hormonaktiv/krebserregend). 

 

 

Beleg für die Kriterienliste: Auf der Start-/Über-Seite werden die „Unsere Kriterien“ und die ausgeschlossenen Gruppen genannt; auf Produktseiten steht zusätzlich „Guidelines for our partner sponsorship“ mit derselben Liste. 

 


 

 

3) Notizen für die Beratung (aus der Seite ableitbar)

 

 

  • Sonnencreme ja – aber ohne Benzophenone, Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂) (v. a. Nano). Positives Beispiel: eco elio mit EcoSun-Pass-kompatiblen organischen Filtern (BEMT, DHHB, EHT etc.). 

  • „Palmölbasiert“/„Erdölbasiert“/„Wassersparend“ sind Transparenz-Labels, keine Ausschlusskriterien (Wasser-Claim nur mit Hersteller-Nachweis). 

  • Wenn Produkt fehlt: Erst Markenliste prüfen; Abwesenheit kann heißen: (noch) nicht gelistet oder nicht konform. 

 

 


 

 

4) Quellen (dermoprotect)

 

 

  • FAQ (EN, maßgeblich): Plattform, Methodik, Inhaltsstoff-Erläuterungen, UV-Filter-Regel, BfR-Verweis. 

  • Start/Über-Seiten (DE): „Unsere Kriterien“ (Liste der auszuschließenden Gruppen). 

  • Produkt-/Markenseiten: Wiederholung der Guidelines („To be listed…“). 

  • Sonnencreme-Beispiele (eco elio): gelistete EcoSun-Pass-Formulierungen (ohne Zinkoxid (ZnO)/Titandioxid (TiO₂)/Benzophenone). 

 

5) Unterschiede bei Zinkoxid: Kosmetika vs. Arzneimittel

Sehr wichtige Differenzierung! 

Zinkoxid (ZnO) ist ein alter, bewährter Arznei- und Hilfsstoff – und man muss unterscheiden:

1. Unterschied Kosmetik vs. Arzneimittel

    • Problem: Nanogröße (<100 nm) → potenzielle Aufnahme in Umwelt & Organismen, Toxizität für Wasserorganismen, offene Fragen zum Eindringen durch die Haut.

    • Deshalb wird ZnO in dermoprotect kritisch bewertet (vor allem Umweltaspekt, Nano-Form).

      Kosmetikprodukte (z. B. Sonnenschutz): Hier wird Zinkoxid oft in Nanopartikel-Form eingesetzt, um transparenten UV-Schutz zu erzielen.

       

  • Arzneimittel / Heilsalben (z. B. Multilind Heilsalbe, InfectoSoor Zinksalbe, Dentinox Zinksalbe):

    • Enthalten meist mikronisiertes oder klassisches ZnO (gröber, keine „Nano“-Deklaration).

    • Wirkprinzip: adstringierend, antimikrobiell, entzündungshemmend, fördert Wundheilung.

    • Hier steht der klinische Nutzen im Vordergrund, nicht der kosmetische Effekt.

    • Für Arzneimittel gilt eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung – daher wird ZnO hier nicht als Ausschlusskriterium gesehen.

     

2. Sicherheit für den Menschen

 

  • Topisch (Salben, Pasten, Cremes):

    • Sehr gute Verträglichkeit, auch bei Kindern und Säuglingen (z. B. Windeldermatitis).

    • Keine relevante Resorption über intakte Haut.

    • Auch bei Langzeitanwendung keine systemischen Probleme dokumentiert.

     

  • Oral (Nahrungsergänzung, Medikamente): ZnO kann aufgenommen werden, ist aber regulär ein wichtiger Spurenelement-Träger (Zink).

 

3. Umweltperspektive

  • Zink ist ein Schwermetall → in hohen Konzentrationen für Wasserorganismen toxisch.

  • In Arzneimitteln wird das Risiko in Kauf genommen, da der gesundheitliche Nutzen für Patient:innen klar überwiegt.

  • In Kosmetik/Sonnenschutz gilt: Nutzen ist „kosmetisch“, Umweltbelastung vermeidbar → daher strengere Bewertung.

 

Fazit für die Beratung:

  • In Arzneisalben (Multilind, InfectoSoor Zinksalbe, klassische Zinkpaste) ist ZnO kein Problem, sondern therapeutisch sinnvoll und sicher.

  • In Sonnenschutzkosmetik oder als „Nano-ZnO“ wird es kritisch gesehen → wegen Umwelttoxizität und Nanopartikel-Fragen.

  • Bei dermoprotect werden daher ZnO-haltige Sonnencremes ausgeschlossen, nicht aber medizinische Zinksalben.

 

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