Kamille für Säuglinge

4 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 07.08.2025

Kamille für Säuglinge

Kamillentee wird oft als sanftes Hausmittel angesehen, aber bei Babys – insbesondere unter 6 Monaten – wird seine Anwendung nicht uneingeschränkt empfohlen, und dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Risiko von Allergien und Unverträglichkeiten

Kamille gehört zur Familie der Korbblütler, die bei empfindlichen Personen – auch bei Säuglingen – allergische Reaktionen auslösen können. Symptome können sein:

  • Hautausschlag

  • Atembeschwerden

  • Schleimhautschwellungen

2. Risiko durch Verunreinigungen

In losen Kamillenblüten oder unkontrollierten Teemischungen (z. B. aus dem Garten oder Billigprodukten) können sich Keime, Schimmelsporen oder Pyrrolizidinalkaloide (PA) befinden – Stoffe, die leberschäd

3. Zentrale Wirkung

Kamille wirkt beruhigend, kann aber bei Säuglingen auch zentral dämpfend wirken. In großen Mengen oder unkontrollierten Konzentrationen könnte das Risiko bestehen, dass:

  • das Kind schläfrig oder teilnahmslos wirkt

  • das Trinkverhalten beeinträchtigt wird

4. Gefahr durch Flüssigkeitsersatz

Wenn zu viel Tee und zu wenig Milch gegeben wird (besonders bei Neugeborenen), kann es zu:

  • Mangelernährung

  • Natriumverlust (Wasservergiftung)

    kommen – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen.

 

Wann ist Kamillentee bei Babys doch vertretbar?

  • Ab 6 Monaten, in kleinen Mengen (1–2 Teelöffel) z. B. bei Blähungen oder Zahnungsbeschwerden – nur in Absprache mit der Kinderärztin

  • Nur geprüfte Arzneitees (z. B. aus der Apotheke), keine offenen Blüten

  • Kein Zucker oder Honig zusetzen!

Alternative bei Zahnungsbeschwerden

Für lokales Auftragen im Mund (wie bei InfectoGingi, Dentinox Gel N, Kamistad Baby) gelten andere Regeln – hier wird Kamille gezielt eingesetzt, nicht getrunken, und ist pharmazeutisch geprüft. Dennoch: bei Säuglingen unter 4 Wochen → nur nach Rücksprache.

Der Unterschied zwischen Kamillentee und Kamillenextrakten in Babyprodukten (wie Zahnungsgels) liegt vor allem in Herstellung, Dosierung, Anwendung und Sicherheit. Hier die wichtigsten Unterschiede:

1. Standardisierung & Qualität

  • Kamillenextrakte in Zahnungsgels stammen aus kontrollierten pharmazeutischen Quellen.

  • Der Extrakt ist standardisiert (gleichbleibende Wirkstoffmenge) und auf Schadstoffe geprüft.

  • Bei Kamillentee – vor allem lose Blüten oder günstige Tees – ist die Wirkstoffmenge variabel und mögliche Verunreinigungen (Schimmel, Bakterien, Pyrrolizidinalkaloide) sind nicht ausgeschlossen.

2. Wirkstoffkonzentration & Anwendung

  • Zahnungsgels enthalten Kamille in definierter, sehr kleiner Dosis und werden äußerlich lokal auf das Zahnfleisch aufgetragen.

  • Kamillentee wird innerlich eingenommen (oral), wobei größere Mengen getrunken werden können – was bei Säuglingen das Risiko von Flüssigkeitsungleichgewichten oder allergischen Reaktionen erhöht.



3. Anwendungssicherheit bei Babys

  • In Zahnungsgels ist Kamille:

    • kombiniert mit anderen reizlindernden Stoffen (z. B. Lidocain, Xylitol, Panthenol)

    • gut verträglich in der vorgesehenen Altersgruppe

    • nicht systemisch wirksam (kaum Aufnahme über die Schleimhaut)

  • Kamillentee kann bei kleinen Babys:

    • zu Mangelernährung führen (wenn er statt Milch gegeben wird)

    • Schlafverhalten oder Magen-Darm-Funktion negativ beeinflussen

    • allergische Reaktionen begünstigen















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