Kisunla® 350 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

3 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 11.03.2025

Produktzusammenfassung für Vektordatenbank

 

Produktname: Kisunla® 350 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Donanemab (rekombinanter humanisierter monoklonaler Antikörper)

Hersteller: Eli Lilly Nederland B.V., Vertrieb: Lilly Deutschland GmbH

ATC-Code: N06DX05

Zulassung: EU/1/25/1926/001–002, erteilt am 24.09.2025

Verschreibungsstatus: Verschreibungspflichtig

 

Zusammensetzung

Jede Durchstechflasche enthält:

  • 350 mg Donanemab in 20 ml (17,5 mg/ml)

  • Sonstige Bestandteile: Natriumcitrat, Citronensäure, Saccharose, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke

  • Natriumgehalt: 11,5 mg pro Durchstechflasche

  • Polysorbat 80: 4 mg pro Durchstechflasche

 

 

Hinweis: Enthält Natrium und Polysorbat 80 – nicht für Patienten mit entsprechender Unverträglichkeit geeignet. Keine Angaben zu Laktose, Gluten oder tierischen Bestandteilen; aufgrund der biotechnologischen Herstellung (CHO-Zellen) nicht als vegan einzustufen.

 

Darreichungsform

Steriles Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung; klare bis leicht gelbliche Flüssigkeit mit pH 5,5–6,5.

 

Anwendungsgebiet

Zur Behandlung erwachsener Patienten mit:

  • Leichter kognitiver Störung oder leichter Demenz infolge Alzheimer-Krankheit

  • Nachgewiesener Amyloid-Pathologie

  • ApoE-ε4-heterozygoter oder Nichtträger-Status

 

Nicht indiziert bei homozygoten ApoE-ε4-Trägern.

Dosierung und Anwendung

  • Initial 350 mg → nach 4 Wochen 700 mg → nach 8 Wochen 1 050 mg → danach alle 4 Wochen 1 400 mg intravenös.

  • Infusion über mindestens 30 Minuten; Patient danach ≥ 30 Minuten überwachen.

  • Behandlungsdauer: bis zur bestätigten Entfernung der Amyloid-Plaques (max. 18 Monate).

  • MRT-Kontrollen erforderlich vor Infusion 2, 3, 4 und 7; ggf. nach 12 Monaten.

  • Behandlung nur durch spezialisierte Ärzt:innen mit Zugang zu MRT und Erfahrung in ARIA-Überwachung.

 

 

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Bestandteile

  • Vorbestehende intrazerebrale Blutungen, > 4 Mikrohämorrhagien, superfizielle Siderose oder vasogenes Ödem

  • Zerebrale Amyloid-Angiopathie

  • Unkontrollierte Blutungsstörung oder laufende Antikoagulation

  • Schwere Erkrankung der weißen Substanz

  • Schlecht eingestellte Hypertonie

  • MRT-Kontraindikationen (z. B. metallische Implantate, Klaustrophobie)

 

Wichtige Warnhinweise

  • ARIA (amyloid-related imaging abnormalities): häufig, potenziell schwerwiegend oder tödlich. Symptome: Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwindel, Sehstörungen, Krampfanfälle.

  • ApoE-ε4-Träger haben erhöhtes ARIA-Risiko.

  • Kontrolliertes Zugangsprogramm: Therapieeinleitung nur über registrierte Zentren.

  • Infusionsbedingte Reaktionen: häufig, u. a. Erythem, Übelkeit, Dyspnoe, Schüttelfrost.

  • Erhöhtes Risiko für intrazerebrale Hämorrhagien, insbesondere bei gleichzeitiger Antikoagulation.

  • Natrium- und Polysorbatanteil beachten.

 

Wechselwirkungen

  • Keine pharmakokinetischen Interaktionen bekannt.

  • Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von Antithrombotika oder Thrombolytika (erhöhtes Blutungsrisiko).

  • Keine Wechselwirkungen mit CYP-Enzymen zu erwarten.

 

Nebenwirkungen (häufigste)

  • ARIA-E (Ödeme/Ergüsse): 20,6 %

  • ARIA-H (Mikrohämorrhagien/Siderose): 27,6 %

  • Kopfschmerzen: 14,6 %

  • Übelkeit, Erbrechen: häufig

  • Infusionsreaktionen: 8,3 %, teils schwerwiegend (0,4 %)

  • Anaphylaxie: 0,4 %

  • Intrakranielle Hämorrhagien: 1,4 %

 

Schwerwiegende ARIA-E/H traten in 1–2 % der Fälle auf, gelegentlich tödlich.

 

Pharmakodynamik / Wirksamkeit

  • Donanemab bindet selektiv an modifizierte Beta-Amyloid-Form (N3pE-Aβ) und aktiviert Mikroglia zur Plaque-Phagozytose.

  • In Studien (TRAILBLAZER-ALZ 2): signifikante Amyloid-Reduktion und verlangsamter kognitiver Abbau bei Patienten mit geringer bis mittlerer Tau-Last.

  • Kein Nutzen bei hoher Tau-Last.

 

Pharmakokinetik

  • Halbwertszeit: ≈ 12 Tage

  • Clearance: 0,0255 l/h

  • Keine Dosisanpassung bei Leber- oder Nierenfunktionsstörung erforderlich.

  • Immunogenität hoch (≈ 88 % entwickeln Anti-Drug-Antikörper), ohne klinisch relevanten Wirkverlust.

 

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Anwendung während Schwangerschaft vermeiden (keine ausreichenden Daten).

  • Stillzeit: theoretisches Risiko in den ersten Tagen nach Geburt; Anwendung nur bei zwingender Indikation.

  • Keine Daten zur Fertilität.

 

Lagerung

  • Kühl (2–8 °C), im Umkarton, nicht einfrieren oder schütteln.

  • Nach Verdünnung: sofort verwenden oder bis 72 h bei 2–8 °C / 12 h bei ≤ 25 °C lagern.

 

Allgemeine Hinweise

  • Therapie ausschließlich durch spezialisierte Zentren mit MRT-Überwachung.

  • Nutzen-Risiko regelmäßig neu bewerten, insbesondere bei Fortschreiten zur mittelschweren Demenz.

  • Patientenpass erforderlich; Aufklärung über ARIA-Risiken.

  • Keine Selbstmedikation oder Anwendung außerhalb zugelassener Indikation.

 

Beipackzettel unter: https://www.fachinfo.de/fi/pdf/025438/kisunla-r-350-mg-konzentrat-zur-herstellung-einer-infusionsloesung

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