Low-Dose Naltrexon Rezepturen - LDN

4 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 06.11.2026

Produkt: Low-Dose Naltrexon Rezepturen, LDN.

 

Quelle: Fagron Rezepturblog, Beitrag vom 21.04.2026. 

 

Kurzbeschreibung: Low-Dose Naltrexon ist niedrig dosiertes Naltrexon im Bereich von 0,5 mg bis 4,5 mg pro Tag. Naltrexon ist ein langwirksamer Opioidantagonist, der regulär vor allem bei Alkohol- und Opioidabhängigkeit eingesetzt wird. LDN wird off-label verwendet, insbesondere im Zusammenhang mit Schmerztherapie und Autoimmunerkrankungen. Für diese niedrigen Dosierungen gibt es in Deutschland keine Fertigarzneimittel, daher erfolgt die Anwendung als individuelle, verschreibungspflichtige Rezeptur. 

 

Wirkstoff: Naltrexon, in der Rezeptur praktisch meist als Naltrexonhydrochlorid. Wenn ärztlich Naltrexon Base verordnet wird, muss geklärt werden, ob sich die Dosierung auf Base oder Salz bezieht. Der Salz Base Faktor ist für die Plausibilitätsprüfung relevant.

 

Typische Dosierung: 0,5 mg bis 4,5 mg einmal täglich. Die konkrete Dosierung und ein mögliches Einschleichen erfolgen nach ärztlicher Verordnung. Flüssige Zubereitungen können bei einschleichender Therapie vorteilhaft sein, da die Dosis leichter angepasst werden kann.

 

Darreichungsformen: Kapseln und flüssige Zubereitungen. Rezepturbeispiele sind Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg bis 4,5 mg Kapseln sowie Naltrexonhydrochlorid 1 mg/ml Suspension in SyrSpend SF PH4.

 

Mögliche Einsatzgebiete: Off-label wird LDN unter anderem bei Fibromyalgie, Multipler Sklerose, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, rheumatischen Gelenkschmerzen beziehungsweise Arthritis, gastrointestinalen Erkrankungen, chronischem Müdigkeitssyndrom, ME/CFS sowie Long Covid beziehungsweise Post Covid diskutiert. Die Evidenzlage ist je nach Indikation unterschiedlich und die Anwendung sollte ärztlich begleitet werden.

 

Zusammensetzung Kapselvarianten: Möglich sind Naltrexonhydrochlorid 0,5 mg bis 4,5 mg mit DiluCap Hygro, DiluCap SR, Cellulose Siliciumdioxid Füllmittel nach NRF S.54 oder Lactose Monohydrat mit hochdispersem Siliciumdioxid. Als Kapselhülle werden Hypromellose Kapseln Größe 0 empfohlen. DiluCap Hygro enthält kolloidales Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Magnesiumsilikat und mikrokristalline Cellulose. DiluCap SR enthält kolloidales Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Carbomer, Hydroxypropylcellulose und mikrokristalline Cellulose.

 

Lactosefreiheit: Nicht automatisch lactosefrei. Rezepturen mit Lactose Monohydrat enthalten Lactose. Rezepturen mit Cellulose basierten Füllstoffen oder DiluCap können je nach Hilfsstoffauswahl lactosefrei hergestellt werden. Dies muss bei jeder Rezeptur geprüft werden.

 

Glutenfreiheit: Aus der Quelle ergibt sich keine abschließende Aussage zur Glutenfreiheit. Bei empfindlichen Patienten sollte die Apotheke die eingesetzten Ausgangsstoffe und Hilfsstoffe chargenbezogen prüfen.

 

Vegan: Hypromellose Kapseln sind eine pflanzliche Alternative zu Hartgelatinekapseln. Ob die gesamte Rezeptur vegan ist, hängt von allen verwendeten Hilfsstoffen und Ausgangsstoffen ab und sollte im Einzelfall geprüft werden.

 

Einnahmezeitpunkt: Die Quelle macht keine verbindliche Angabe, ob LDN vor oder nach dem Essen eingenommen werden muss. In der Beratung sollte nach ärztlicher Vorgabe dosiert werden. Bei Magenbeschwerden kann eine Einnahme mit oder nach einer Mahlzeit im Einzelfall sinnvoll sein, sofern ärztlich nichts anderes festgelegt wurde.

 

Geschmack: Naltrexon beziehungsweise Naltrexonhydrochlorid schmeckt sehr bitter. Flüssige Rezepturen sollten daher möglichst aromatisiert werden. Geeignete Geschmacksrichtungen können zum Beispiel Kirsch, Schokolade, Grapefruit, Lakritz, Erdbeer, Pfirsich, Himbeer oder Tutti Frutti sein.

 

Lagerung und Haltbarkeit: Kapseln und Lösungen sollten idealerweise im Kühlschrank gelagert werden, da dies die Stabilität erhöhen kann. Kapseln sind laut Quelle in der Regel bis zu sechs Monate haltbar. Lösungen sind je nach Herstellung und Lagerung bis zu drei Monate im Kühlschrank und bis zu zwei Monate bei Raumtemperatur haltbar. Suspensionen auf Basis von SyrSpend SF PH4 sind auch bei Raumtemperatur bis zu drei Monate haltbar.

 

Packmittel: Für Kapseln wird eine luftdichte Kapselbox empfohlen. Für flüssige Zubereitungen eignen sich Medizinflaschen beziehungsweise Braunglasflaschen GL28 mit Steckeinsatz. Kleine Dosen können mit Oralspritzen oder Kolbendosierpipetten abgemessen werden.

 

Nebenwirkungen: Die Quelle nennt keine vollständige Nebenwirkungsliste. Beratungsrelevant ist, dass Naltrexon als Opioidantagonist wirkt. Mögliche Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen sollten ärztlich abgeklärt werden, besonders bei neuen Beschwerden nach Therapiebeginn.

 

Wechselwirkungen und Kontraindikationen: Besonders wichtig ist die gleichzeitige Anwendung mit Opioiden, da Naltrexon die Opioidwirkung blockieren kann und bei opioidabhängigen Personen Entzugssymptome auslösen kann. Vor Beginn muss daher ärztlich geprüft werden, ob opioidhaltige Schmerzmittel, Substitutionsmittel oder andere Opioide eingenommen werden.

 

Beratungshinweis: LDN ist keine Standard Selbstmedikation, sondern eine ärztlich verordnete, individuelle Rezeptur im Off-label Einsatz. Jede Rezeptur benötigt eine pharmazeutische Plausibilitätsprüfung. Die theoretischen Rezepturbeispiele dienen laut Fagron als Hilfestellung, die Verantwortung für die Rezepturfreigabe liegt beim verantwortlichen Apotheker beziehungsweise der verantwortlichen Apothekerin.

 

Mehr zum Produkt: https://fagron.de/rezepturblog/low-dose-naltrexon-rezepturen-einsatzmoeglichkeiten/

 

Beipackzettel unter: Für individuelle Rezepturarzneimittel liegt in der Regel kein klassischer Beipackzettel wie bei Fertigarzneimitteln vor. Die Anwendung erfolgt nach ärztlicher Verordnung und pharmazeutischer Beratung.

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