Paracetamol 1000 mg Zäpfchen

3 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 07.08.2025

Paracetamol 1000 mg Zäpfchen

  • Wirkstoff: Paracetamol (1000 mg pro Zäpfchen)

  • Darreichungsform: Zäpfchen (rektale Anwendung)

Anwendungsgebiete

  • Symptomatische Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen

  • Fiebersenkung

Dosierung und Anwendung

  • Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (ab 43 kg Körpergewicht):

    • Einzeldosis: 1 Zäpfchen (1000 mg Paracetamol)

    • Maximale Tagesdosis: 4 Zäpfchen (4000 mg Paracetamol)

    • Dosierungsintervall: Mindestens 6 Stunden

  • Besondere Patientengruppen:

    • Leber- oder Nierenfunktionsstörungen: Dosisreduktion oder Verlängerung des Dosierungsintervalls erforderlich.

    • Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min): Mindestens 8 Stunden Dosierungsintervall.

    • Ältere Patienten: Keine allgemeine Dosisanpassung nötig, aber bei geschwächten Patienten kann eine Reduktion erforderlich sein.

    • Kinder unter 12 Jahren (unter 43 kg): Nicht empfohlen – alternative Darreichungsformen nutzen.

  • Art der Anwendung:

    • Rektale Anwendung (Zäpfchen tief in den After einführen, ggf. erwärmen oder mit Wasser anfeuchten)

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Paracetamol, Soja oder Erdnüsse

  • Schwere Leberinsuffizienz

Besondere Warnhinweise

  • Risiko einer Überdosierung durch Kombination mit anderen Paracetamol-haltigen Medikamenten vermeiden.

  • Vorsicht bei:

    • Hepatozellulärer Insuffizienz

    • Chronischem Alkoholmissbrauch

    • Gilbert-Syndrom

    • Glutathion-Mangel (Diabetes mellitus, HIV, Down-Syndrom, Tumorerkrankungen)

    • Einnahme von Medikamenten, die die Leberfunktion beeinträchtigen

    • Älteren Patienten mit eingeschränkter Leber-/Nierenfunktion

  • Hohe Dosen über längere Zeit können Kopfschmerzen verursachen (nicht durch weitere Einnahme behandeln).

  • Gewohnheitsmäßige Schmerzmitteleinnahme kann zu Nierenschäden führen.

Wechselwirkungen

  • Verstärkte Wirkung oder Risiko erhöhter Nebenwirkungen:

    • Probenecid: Verringert die Paracetamol-Clearance, Dosisanpassung nötig.

    • Flucloxacillin: Erhöhtes Risiko für metabolische Azidose (HAGMA).

    • Zidovudin (AZT): Erhöhte Neutropenie-Gefahr.

    • Antikoagulantien (Warfarin): Langfristige Einnahme erhöht Blutungsrisiko.

  • Verminderte Wirkung:

    • Cholestyramin: Reduziert Paracetamol-Aufnahme.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Schwangerschaft: Keine Hinweise auf Fehlbildungen, aber nur niedrigste wirksame Dosis für kürzest mögliche Zeit anwenden.

  • Stillzeit: Paracetamol geht in geringen Mengen in die Muttermilch über, aber keine bekannten negativen Effekte.

Nebenwirkungen

  • Sehr selten: Blutbildveränderungen, allergische Reaktionen, schwere Hautreaktionen, metabolische Azidose bei Flucloxacillin-Einnahme.

  • Selten: Leberenzyme erhöht.

  • Gelegentlich bis häufig: Allgemeine Unverträglichkeiten möglich.

Überdosierung

  • Kritische Dosis: >6 g bei Erwachsenen oder >140 mg/kg bei Kindern → Leberschädigung, evtl. tödlich.

  • Symptome innerhalb 24h: Übelkeit, Erbrechen, Blässe, Unterleibsschmerzen → später Leberschäden.

  • Behandlung: Frühzeitige Gabe von N-Acetylcystein (Antidot), ggf. Dialyse, engmaschige medizinische Überwachung.

Pharmakologische Eigenschaften

  • Wirkung: Schmerzstillend (analgetisch) und fiebersenkend (antipyretisch), vermutlich durch Hemmung der Prostaglandinsynthese im Gehirn.

  • Resorption: Nach rektaler Anwendung verzögert (max. Plasmakonzentration nach 3–4 Stunden).

  • Verstoffwechselung: In der Leber durch Glucuronidierung und Sulfatierung, teilweise über Cytochrom P450 zu toxischem Metaboliten (bei Überdosierung kritisch).

  • Ausscheidung: Über die Nieren, Halbwertszeit ca. 2 Stunden (verlängert bei Leber-/Nierenfunktionsstörungen).

Weitere Informationen

  • Haltbarkeit: 5 Jahre

  • Lagerung: Unter 25 °C aufbewahren

  • Packungsgröße: 10 Zäpfchen

  • Hersteller: bene-Arzneimittel GmbH, München

  • Apothekenpflichtig

 

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