Paracetamol 1000 mg Zäpfchen
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Wirkstoff: Paracetamol (1000 mg pro Zäpfchen)
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Darreichungsform: Zäpfchen (rektale Anwendung)
Anwendungsgebiete
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Symptomatische Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen
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Fiebersenkung
Dosierung und Anwendung
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Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (ab 43 kg Körpergewicht):
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Einzeldosis: 1 Zäpfchen (1000 mg Paracetamol)
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Maximale Tagesdosis: 4 Zäpfchen (4000 mg Paracetamol)
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Dosierungsintervall: Mindestens 6 Stunden
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Besondere Patientengruppen:
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Leber- oder Nierenfunktionsstörungen: Dosisreduktion oder Verlängerung des Dosierungsintervalls erforderlich.
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Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min): Mindestens 8 Stunden Dosierungsintervall.
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Ältere Patienten: Keine allgemeine Dosisanpassung nötig, aber bei geschwächten Patienten kann eine Reduktion erforderlich sein.
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Kinder unter 12 Jahren (unter 43 kg): Nicht empfohlen – alternative Darreichungsformen nutzen.
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Art der Anwendung:
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Rektale Anwendung (Zäpfchen tief in den After einführen, ggf. erwärmen oder mit Wasser anfeuchten)
Gegenanzeigen
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Überempfindlichkeit gegen Paracetamol, Soja oder Erdnüsse
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Schwere Leberinsuffizienz
Besondere Warnhinweise
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Risiko einer Überdosierung durch Kombination mit anderen Paracetamol-haltigen Medikamenten vermeiden.
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Vorsicht bei:
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Hepatozellulärer Insuffizienz
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Chronischem Alkoholmissbrauch
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Gilbert-Syndrom
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Glutathion-Mangel (Diabetes mellitus, HIV, Down-Syndrom, Tumorerkrankungen)
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Einnahme von Medikamenten, die die Leberfunktion beeinträchtigen
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Älteren Patienten mit eingeschränkter Leber-/Nierenfunktion
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Hohe Dosen über längere Zeit können Kopfschmerzen verursachen (nicht durch weitere Einnahme behandeln).
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Gewohnheitsmäßige Schmerzmitteleinnahme kann zu Nierenschäden führen.
Wechselwirkungen
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Verstärkte Wirkung oder Risiko erhöhter Nebenwirkungen:
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Probenecid: Verringert die Paracetamol-Clearance, Dosisanpassung nötig.
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Flucloxacillin: Erhöhtes Risiko für metabolische Azidose (HAGMA).
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Zidovudin (AZT): Erhöhte Neutropenie-Gefahr.
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Antikoagulantien (Warfarin): Langfristige Einnahme erhöht Blutungsrisiko.
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Verminderte Wirkung:
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Cholestyramin: Reduziert Paracetamol-Aufnahme.
Schwangerschaft und Stillzeit
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Schwangerschaft: Keine Hinweise auf Fehlbildungen, aber nur niedrigste wirksame Dosis für kürzest mögliche Zeit anwenden.
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Stillzeit: Paracetamol geht in geringen Mengen in die Muttermilch über, aber keine bekannten negativen Effekte.
Nebenwirkungen
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Sehr selten: Blutbildveränderungen, allergische Reaktionen, schwere Hautreaktionen, metabolische Azidose bei Flucloxacillin-Einnahme.
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Selten: Leberenzyme erhöht.
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Gelegentlich bis häufig: Allgemeine Unverträglichkeiten möglich.
Überdosierung
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Kritische Dosis: >6 g bei Erwachsenen oder >140 mg/kg bei Kindern → Leberschädigung, evtl. tödlich.
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Symptome innerhalb 24h: Übelkeit, Erbrechen, Blässe, Unterleibsschmerzen → später Leberschäden.
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Behandlung: Frühzeitige Gabe von N-Acetylcystein (Antidot), ggf. Dialyse, engmaschige medizinische Überwachung.
Pharmakologische Eigenschaften
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Wirkung: Schmerzstillend (analgetisch) und fiebersenkend (antipyretisch), vermutlich durch Hemmung der Prostaglandinsynthese im Gehirn.
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Resorption: Nach rektaler Anwendung verzögert (max. Plasmakonzentration nach 3–4 Stunden).
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Verstoffwechselung: In der Leber durch Glucuronidierung und Sulfatierung, teilweise über Cytochrom P450 zu toxischem Metaboliten (bei Überdosierung kritisch).
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Ausscheidung: Über die Nieren, Halbwertszeit ca. 2 Stunden (verlängert bei Leber-/Nierenfunktionsstörungen).
Weitere Informationen
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Haltbarkeit: 5 Jahre
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Lagerung: Unter 25 °C aufbewahren
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Packungsgröße: 10 Zäpfchen
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Hersteller: bene-Arzneimittel GmbH, München
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Apothekenpflichtig
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