Paracetamol 125 mg Zäpfchen
1. Produktbezeichnung
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Name: Paracetamol 125 mg Zäpfchen
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ATC-Code: N02BE01
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Darreichungsform: Rektale Zäpfchen
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Farbe & Geruch: Weiß bis elfenbeinfarben, geruchlos, torpedoförmig
2. Zusammensetzung
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Wirkstoff: 125 mg Paracetamol pro Zäpfchen
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Sonstige Bestandteile: Hartfett
3. Anwendungsgebiete
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Indikationen: Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und/oder Fieber
4. Dosierung und Anwendung
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Dosierung nach Körpergewicht und Alter:
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7 kg (6–7 Monate): 1 Zäpfchen (125 mg) bis zu 3-mal täglich (max. 375 mg/Tag)
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8–12 kg (7 Monate bis 2 Jahre): 1 Zäpfchen (125 mg) bis zu 4-mal täglich (max. 500 mg/Tag)
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Maximale Tagesdosis: 60 mg/kg Körpergewicht, jedoch nicht mehr als 2 g pro Tag
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Dosisanpassungen erforderlich bei:
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Leber- oder Niereninsuffizienz
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Körpergewicht unter 50 kg
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Chronischer Alkoholismus oder Mangelernährung
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Art der Anwendung: Rektale Anwendung nach Stuhlgang, ggf. vorab in den Händen erwärmen oder kurz in warmes Wasser tauchen
5. Gegenanzeigen
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Nicht anwenden bei:
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Überempfindlichkeit gegenüber Paracetamol oder sonstigen Bestandteilen
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Schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
6. Besondere Warnhinweise
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Überdosierungsrisiko: Gleichzeitige Einnahme anderer paracetamolhaltiger Medikamente vermeiden
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Vorsicht geboten bei:
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Hepatozellulärer Insuffizienz, Gilbert-Syndrom, Alkoholmissbrauch
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Kombination mit Medikamenten, die die Leberfunktion beeinträchtigen
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Erkrankungen mit reduziertem Glutathionspiegel (z. B. Diabetes, HIV, Down-Syndrom)
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Chronischer Mangelernährung oder Dehydratation
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Besondere Hinweise für ältere Patienten: Keine spezifische Dosisanpassung nötig, aber ggf. Reduktion oder Verlängerung des Dosierungsintervalls
7. Wechselwirkungen
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Verstärkung oder Veränderung der Wirkung durch:
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Probenecid: Hemmt die Paracetamol-Clearance, Dosisanpassung erforderlich
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Zidovudin (AZT): Erhöhtes Risiko für Neutropenie
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Cholestyramin: Verringert die Paracetamol-Resorption
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Flucloxacillin: Risiko für metabolische Azidose mit Anionenlücke
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Langzeitanwendung mit Warfarin: Verstärkte Blutungsneigung
8. Schwangerschaft und Stillzeit
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Schwangerschaft: Kann angewendet werden, wenn klinisch erforderlich, jedoch nur in geringster wirksamer Dosis und für kürzest mögliche Dauer
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Stillzeit: Paracetamol tritt in die Muttermilch über, aber bisher keine negativen Effekte bekannt
9. Nebenwirkungen
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Häufigkeitsklassifikation:
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Sehr selten: Thrombozytopenie, Agranulozytose, allergische Reaktionen (bis hin zu anaphylaktischem Schock)
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Selten: Erhöhungen der Lebertransaminasen
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Nicht bekannt: Metabolische Azidose bei gleichzeitiger Einnahme von Flucloxacillin
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Langzeitanwendung: Kann zu Kopfschmerzen, Analgetika-Nephropathie oder Medikamentenmissbrauch führen
10. Überdosierung
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Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Blässe, Leberschäden (innerhalb von 24–48 Stunden erkennbar)
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Kritische Dosis: 6 g Paracetamol bei Erwachsenen oder 140 mg/kg bei Kindern kann zu irreversibler Lebernekrose führen
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Behandlung: Sofortige Gabe von N-Acetylcystein innerhalb von 10 Stunden, ggf. Dialyse und Intensivmedizin
11. Pharmakologie
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Wirkmechanismus: Zentrale Hemmung der Prostaglandinsynthese → Analgetische & antipyretische Wirkung
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Resorption: Nach rektaler Gabe 68–88 %, maximale Plasmakonzentration nach 3–4 Stunden
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Elimination: Vorwiegend renal, Halbwertszeit ca. 2 Stunden
12. Lagerung & Haltbarkeit
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Haltbarkeit: 5 Jahre
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Lagerbedingungen: Nicht über 25 °C lagern
13. Verpackung & Zulassung
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Verpackung: Aluminium-Blister mit 10 Zäpfchen
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Zulassungsnummer: 6012055.00.00
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Inhaber der Zulassung: bene-Arzneimittel GmbH, München
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Apothekenpflichtig
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