Paracetamol 250 mg Zäpfchen
Allgemeine Informationen
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Name: Paracetamol 250 mg Zäpfchen
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Wirkstoff: Paracetamol (250 mg pro Zäpfchen)
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Darreichungsform: Rektale Zäpfchen (weiß bis elfenbeinfarben, torpedoförmig)
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Zulassungsinhaber: bene-Arzneimittel GmbH, München, Deutschland
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Apothekenpflichtig: Ja
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Zulassungsnummer: 6012055.01.00
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Haltbarkeit: 5 Jahre
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Lagerung: Nicht über 25 °C aufbewahren.
Anwendungsgebiete
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Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen
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Fiebersenkung
Dosierung und Anwendung
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Dosierung richtet sich nach Körpergewicht und Alter:
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Körpergewicht |
Alter |
Einzeldosis |
Maximale Tagesdosis (24 h) |
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13–15 kg |
2–4 Jahre |
1 Zäpfchen (250 mg) |
3 Zäpfchen (750 mg) |
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16–25 kg |
4–8 Jahre |
1 Zäpfchen (250 mg) |
4 Zäpfchen (1000 mg) |
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Dosisintervall: Mindestens 6 Stunden. -
Maximale Tagesdosis (24 h): Nicht überschreiten!
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Besondere Patientengruppen:
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Leber- & Niereninsuffizienz: Dosisreduktion erforderlich.
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Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min): Mindestens 8 Stunden Dosisintervall.
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Ältere Patienten: Keine generelle Anpassung, aber bei geschwächten Patienten ggf. Dosisreduktion.
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Nicht geeignet für Kinder unter 2 Jahren oder unter 13 kg Körpergewicht.
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Art der Anwendung:
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Rektale Anwendung: Zäpfchen tief in den After einführen.
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Vor dem Einführen kann das Zäpfchen leicht erwärmt oder in warmes Wasser getaucht werden.
Gegenanzeigen (Wann nicht anwenden?)
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Allergie gegen Paracetamol oder einen sonstigen Bestandteil
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Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung
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Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Favismus)
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Chronischer Alkoholmissbrauch oder starke Unterernährung
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Nicht für Kinder unter 2 Jahren oder unter 13 kg Körpergewicht empfohlen
Besondere Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
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Nicht mit anderen Paracetamol-haltigen Medikamenten kombinieren, um Überdosierung zu vermeiden.
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Besondere Vorsicht bei folgenden Risikofaktoren:
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Hepatische Insuffizienz
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Chronischer Alkoholmissbrauch
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Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)
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Schwerer Flüssigkeitsmangel oder Mangelernährung
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Gleichzeitige Einnahme leberschädigender Medikamente
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Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:
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Probenecid: Verlangsamte Paracetamol-Ausscheidung → Dosisanpassung erforderlich.
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Zidovudin (AZT): Erhöhtes Risiko für Neutropenie.
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Cholestyramin: Reduzierte Paracetamol-Aufnahme.
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Flucloxacillin: Erhöhtes Risiko für metabolische Azidose mit Anionenlücke.
Nebenwirkungen
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Sehr selten (<1/10.000 Fälle):
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Blutveränderungen (z. B. Thrombozytopenie, Agranulozytose)
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Allergische Reaktionen (z. B. Hautausschlag, anaphylaktischer Schock)
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Schwere Hautreaktionen
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Leberfunktionsstörungen
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Gelegentlich (>1/1.000 – <1/100 Fälle):
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Leichter Anstieg der Leberwerte
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Besonderheit: Bei Langzeit- oder hochdosierter Anwendung besteht ein Risiko für:
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Kopfschmerzen durch Schmerzmittel-Übergebrauch
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Chronische Nierenschädigung (Analgetika-Nephropathie)
Überdosierung
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Symptome (innerhalb von 24 h):
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Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Blässe
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Später: Leberzellschäden bis hin zu Leberversagen, Koma oder Tod möglich
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Toxische Dosis:
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Erwachsene: > 6 g Paracetamol als Einzeldosis
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Kinder: > 140 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis
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Notfallmaßnahmen:
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Sofortige ärztliche Hilfe erforderlich!
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Gabe von N-Acetylcystein als Antidot innerhalb von 10 Stunden empfohlen.
Pharmakologische Eigenschaften
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Wirkmechanismus:
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Hemmt zentrale Prostaglandinsynthese (analgetisch & antipyretisch)
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Schwache Hemmung der peripheren Prostaglandinsynthese
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Resorption:
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Nach rektaler Gabe zu 68–88 % aufgenommen, maximale Plasmakonzentration nach 3–4 Stunden.
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Verstoffwechselung:
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Hauptsächlich in der Leber: Glucuronid- & Sulfat-Konjugation.
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Kleiner Anteil wird durch CYP2E1 zu toxischem Metaboliten umgewandelt (bei Überdosierung gefährlich).
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Ausscheidung:
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Über die Nieren: 90 % der Dosis innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden.
Besondere Hinweise
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Schwangerschaft:
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Kann während der Schwangerschaft angewendet werden, aber nur in der niedrigsten wirksamen Dosis und für möglichst kurze Zeit.
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Stillzeit:
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Paracetamol geht in die Muttermilch über, aber keine bekannten negativen Effekte auf das Kind.
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Verkehrstüchtigkeit & Maschinenbedienung:
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Keine signifikanten Auswirkungen bekannt.
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