Paracetamol 250 mg Zäpfchen

4 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 07.08.2025

Paracetamol 250 mg Zäpfchen

Allgemeine Informationen

  • Name: Paracetamol 250 mg Zäpfchen

  • Wirkstoff: Paracetamol (250 mg pro Zäpfchen)

  • Darreichungsform: Rektale Zäpfchen (weiß bis elfenbeinfarben, torpedoförmig)

  • Zulassungsinhaber: bene-Arzneimittel GmbH, München, Deutschland

  • Apothekenpflichtig: Ja

  • Zulassungsnummer: 6012055.01.00

  • Haltbarkeit: 5 Jahre

  • Lagerung: Nicht über 25 °C aufbewahren.

 


 

Anwendungsgebiete

  • Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen

  • Fiebersenkung

 


 

Dosierung und Anwendung

  • Dosierung richtet sich nach Körpergewicht und Alter:

Körpergewicht

Alter

Einzeldosis

Maximale Tagesdosis (24 h)

13–15 kg

2–4 Jahre

1 Zäpfchen (250 mg)

3 Zäpfchen (750 mg)

16–25 kg

4–8 Jahre

1 Zäpfchen (250 mg)

4 Zäpfchen (1000 mg)


  • Dosisintervall: Mindestens 6 Stunden.

  • Maximale Tagesdosis (24 h): Nicht überschreiten!

  • Besondere Patientengruppen:

    • Leber- & Niereninsuffizienz: Dosisreduktion erforderlich.

    • Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min): Mindestens 8 Stunden Dosisintervall.

    • Ältere Patienten: Keine generelle Anpassung, aber bei geschwächten Patienten ggf. Dosisreduktion.

    • Nicht geeignet für Kinder unter 2 Jahren oder unter 13 kg Körpergewicht.

  • Art der Anwendung:

    • Rektale Anwendung: Zäpfchen tief in den After einführen.

    • Vor dem Einführen kann das Zäpfchen leicht erwärmt oder in warmes Wasser getaucht werden.

 


 

Gegenanzeigen (Wann nicht anwenden?)

  • Allergie gegen Paracetamol oder einen sonstigen Bestandteil

  • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung

  • Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Favismus)

  • Chronischer Alkoholmissbrauch oder starke Unterernährung

  • Nicht für Kinder unter 2 Jahren oder unter 13 kg Körpergewicht empfohlen

 


 

Besondere Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

  • Nicht mit anderen Paracetamol-haltigen Medikamenten kombinieren, um Überdosierung zu vermeiden.

  • Besondere Vorsicht bei folgenden Risikofaktoren:

    • Hepatische Insuffizienz

    • Chronischer Alkoholmissbrauch

    • Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)

    • Schwerer Flüssigkeitsmangel oder Mangelernährung

    • Gleichzeitige Einnahme leberschädigender Medikamente

  • Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:

    • Probenecid: Verlangsamte Paracetamol-Ausscheidung → Dosisanpassung erforderlich.

    • Zidovudin (AZT): Erhöhtes Risiko für Neutropenie.

    • Cholestyramin: Reduzierte Paracetamol-Aufnahme.

    • Flucloxacillin: Erhöhtes Risiko für metabolische Azidose mit Anionenlücke.

 


 

Nebenwirkungen

  • Sehr selten (<1/10.000 Fälle):

    • Blutveränderungen (z. B. Thrombozytopenie, Agranulozytose)

    • Allergische Reaktionen (z. B. Hautausschlag, anaphylaktischer Schock)

    • Schwere Hautreaktionen

    • Leberfunktionsstörungen

  • Gelegentlich (>1/1.000 – <1/100 Fälle):

    • Leichter Anstieg der Leberwerte

  • Besonderheit: Bei Langzeit- oder hochdosierter Anwendung besteht ein Risiko für:

    • Kopfschmerzen durch Schmerzmittel-Übergebrauch

    • Chronische Nierenschädigung (Analgetika-Nephropathie)

 


 

Überdosierung

  • Symptome (innerhalb von 24 h):

    • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Blässe

    • Später: Leberzellschäden bis hin zu Leberversagen, Koma oder Tod möglich

  • Toxische Dosis:

    • Erwachsene: > 6 g Paracetamol als Einzeldosis

    • Kinder: > 140 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis

  • Notfallmaßnahmen:

    • Sofortige ärztliche Hilfe erforderlich!

    • Gabe von N-Acetylcystein als Antidot innerhalb von 10 Stunden empfohlen.

 


 

Pharmakologische Eigenschaften

  • Wirkmechanismus:

    • Hemmt zentrale Prostaglandinsynthese (analgetisch & antipyretisch)

    • Schwache Hemmung der peripheren Prostaglandinsynthese

  • Resorption:

    • Nach rektaler Gabe zu 68–88 % aufgenommen, maximale Plasmakonzentration nach 3–4 Stunden.

  • Verstoffwechselung:

    • Hauptsächlich in der Leber: Glucuronid- & Sulfat-Konjugation.

    • Kleiner Anteil wird durch CYP2E1 zu toxischem Metaboliten umgewandelt (bei Überdosierung gefährlich).

  • Ausscheidung:

    • Über die Nieren: 90 % der Dosis innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden.

 


 

Besondere Hinweise

  • Schwangerschaft:

    • Kann während der Schwangerschaft angewendet werden, aber nur in der niedrigsten wirksamen Dosis und für möglichst kurze Zeit.

  • Stillzeit:

    • Paracetamol geht in die Muttermilch über, aber keine bekannten negativen Effekte auf das Kind.

  • Verkehrstüchtigkeit & Maschinenbedienung:

    • Keine signifikanten Auswirkungen bekannt.





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