Paracetamol 75 mg Zäpfchen
ATC-Code: N02BE01 (Analgetika und Antipyretika, Anilide)
Wirkstoff: Paracetamol (75 mg pro Zäpfchen)
Darreichungsform: Zäpfchen (weiß bis elfenbeinfarben, ca. 26 mm lang)
Sonstige Bestandteile: Hartfett
Anwendungsgebiete
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Symptomatische Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber
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Zielgruppe: Neugeborene und Säuglinge ab 3 kg Körpergewicht
Dosierung & Anwendung
Dosierung nach Körpergewicht:
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3 – 4 kg: 75 mg alle 8–12 Stunden (max. 150 mg/Tag)
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4 – 5 kg: 75 mg alle 6–8 Stunden (max. 225 mg/Tag)
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5 – 6 kg: 75 mg alle 6 Stunden (max. 300 mg/Tag)
Besondere Patientengruppen:
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Leberinsuffizienz / leichte Niereninsuffizienz / Gilbert-Syndrom: Dosisreduktion oder längeres Dosierungsintervall erforderlich
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Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min): Dosierungsintervall mindestens 8 Stunden
Art der Anwendung:
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Rektale Anwendung
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Nach dem Stuhlgang tief in den After einführen
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Zur besseren Gleitfähigkeit Zäpfchen in der Hand erwärmen oder in warmes Wasser tauchen
Gegenanzeigen
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Überempfindlichkeit gegenüber Paracetamol oder einem der Bestandteile
Besondere Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
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Überdosierungsrisiko: Keine weiteren Paracetamol-haltigen Medikamente gleichzeitig einnehmen
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Vorsicht bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Gilbert-Syndrom, Glutathion-Mangel, hämolytischer Anämie, Dehydratation und chronischer Mangelernährung
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Interaktion mit Flucloxacillin: Erhöhtes Risiko für metabolische Azidose (HAGMA)
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Langzeitgebrauch: Risiko für medikamenteninduzierte Kopfschmerzen, Nierenschäden (Analgetika-Nephropathie)
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Abruptes Absetzen nach langem Gebrauch: Entzugssymptome möglich
Wechselwirkungen
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Probenecid: Reduziert die Paracetamol-Clearance → Dosisreduktion erforderlich
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CYP450-Induktoren (z. B. Schlafmittel, Antiepileptika, Rifampicin): Erhöhtes Risiko für Leberschäden
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Zidovudin: Erhöhtes Risiko für Neutropenie
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Cholestyramin: Reduziert Paracetamol-Aufnahme
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Warfarin & andere Antikoagulantien: Langfristige Paracetamol-Nutzung kann Wirkung verstärken
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Flucloxacillin: Erhöht Risiko einer metabolischen Azidose
Schwangerschaft & Stillzeit
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Schwangerschaft: Anwendung möglich, aber nur mit minimaler Dosis und kürzester Dauer
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Stillzeit: Geringe Mengen gehen in die Muttermilch über, bisher keine bekannten Nebenwirkungen
Nebenwirkungen
Sehr selten (<1/10.000):
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Blutbildveränderungen (Thrombozytopenie, Agranulozytose)
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Schwere Hautreaktionen
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Bronchospasmen (Analgetika-Asthma)
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Überempfindlichkeitsreaktionen (von Hautrötung bis anaphylaktischer Schock)
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Leberfunktionsstörungen (Transaminasen-Anstieg)
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Metabolische Azidose bei gleichzeitiger Flucloxacillin-Einnahme
Überdosierung
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Symptome: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit → Leberversagen innerhalb 4–6 Tagen möglich
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Toxische Dosis:
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Kinder: >140 mg/kg
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Erwachsene: 15–20 g
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Risiko erhöht bei Alkoholikern oder CYP450-Induktoren (Antiepileptika, Johanniskraut)
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Behandlung:
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Antidot: Acetylcystein intravenös oder Methionin oral
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Überwachung: Leber- und Nierenwerte, Gerinnung, Elektrolyte
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Mögliche Dialyse bei hohen Plasmakonzentrationen
Pharmakokinetik
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Resorption: 100 % bei rektaler Gabe, Tmax nach 1–2 Stunden
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Verstoffwechselung:
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Hauptsächlich Glucuronidierung/Sulfatierung
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Kleiner Teil über CYP450 (toxische Metaboliten bei Überdosierung)
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Elimination:
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HWZ: 2,5–5 Stunden
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80–95 % über Urin (Glucuronid/Sulfat)
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Ausscheidung verlangsamt bei Leber- oder Niereninsuffizienz
Lagerung & Verpackung
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Haltbarkeit: 5 Jahre
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Lagerung: Nicht über 25 °C
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Verpackung: Aluminium/Polyethylen-Blister, 10 Zäpfchen
Zulassungsinformationen
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Hersteller: bene-Arzneimittel GmbH, München
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Zulassungsnummer: 51011.00.00
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Erstzulassung: 13.05.2002
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Stand der Information: Oktober 2021
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Verkaufsabgrenzung: Apothekenpflichtig
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