Pergoveris (900 I.E. Follitropin alfa + 450 I.E. Lutropin alfa) / 1,44 ml

4 Min. Lesezeitletzte Aktualisierung: 10.10.2025

Produktname: Pergoveris (900 I.E. Follitropin alfa + 450 I.E. Lutropin alfa) / 1,44 ml, Injektionslösung im Mehrfachdosis-Fertigpen.

Arzneimittelgruppe: Gonadotropine (rekombinantes FSH + rekombinantes LH). Anwendungsgebiet: Stimulation der follikulären Entwicklung bei erwachsenen Frauen (≥18 Jahre) mit ausgeprägtem FSH- und LH-Mangel; Ziel ist die Follikelreifung mit anschließender Auslösung des Eisprungs (i. d. R. mittels hCG). 

 

Zusammensetzung (pro Fertigpen):

900 I.E. Follitropin alfa + 450 I.E. Lutropin alfa in 1,44 ml; reicht für sechs Einzeldosen zu 150 I.E. FSH/75 I.E. LH. Sonstige Bestandteile: Sucrose, Argininmonohydrochlorid, Poloxamer 188, Methionin, Phenol, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumdihydrogenphosphat-Monohydrat, Wasser für Injektionszwecke; pH-Einstellung mit Phosphorsäure/Natriumhydroxid. Natriumgehalt <1 mmol (23 mg) pro Dosis („nahezu natriumfrei“). 

 

Darreichung und Anwendung: Klare, farblose bis schwach gelbliche Injektionslösung zur subkutanen Injektion (SC). Injektionsstellen rotieren. Patientin erhält Einweisung; Selbstapplikation möglich nach Schulung. 

 

Dosierung (individuell nach Arztanordnung):

Therapiebeginn üblicherweise mit 150 I.E. Follitropin alfa + 75 I.E. Lutropin alfa täglich (entspricht 150/75 I.E. aus dem Pen). Falls erforderlich, kann zusätzlich eine zugelassene Follitropin-alfa-Zubereitung separat injiziert werden; Dosissteigerung i. d. R. alle 7–14 Tage um 37,5–75 I.E. FSH. Therapie bis zur adäquaten Follikelentwicklung (Ultraschall/Östradiol), maximal bis zu ca. 5 Wochen. 24–48 h nach der letzten Pergoveris-Injektion einmalig hCG zur Ovulationsauslösung; Geschlechtsverkehr am Tag der hCG-Gabe und am Folgetag bzw. alternative assistierte Verfahren laut ärztlicher Planung. 

 

Einnahmehinweise/Timing zu Mahlzeiten: Parenterale Anwendung (SC); keine Relevanz zu Mahlzeiten. 

 

Wichtige Warnhinweise: Risiko eines ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS) – bei Unterbauchschmerzen, rascher Gewichtszunahme, Übelkeit/Erbrechen oder Atemnot sofort Arzt informieren; bei Anzeichen für OHSS kein hCG verabreichen und Geschlechtsverkehr für mindestens 4 Tage vermeiden bzw. Barrieremethode anwenden. Erhöhtes Risiko für Mehrlingsschwangerschaft; engmaschige US-/Labor-Kontrollen empfohlen. Erhöhte Fehlgeburtsrate bei stimulierten Zyklen. Bei Eileitererkrankungen: erhöhtes Risiko ektoper Schwangerschaft. Thromboembolierisiko erhöht, insbesondere bei entsprechender Anamnese. Selten nicht-schwere allergische Reaktionen beschrieben. Pergoveris nicht in Schwangerschaft/Stillzeit anwenden. 

 

Kontraindikationen:

Überempfindlichkeit gegen FSH/LH oder Bestandteile; Tumor des Hypothalamus/Hypophyse; unklare genitale Blutungen; vergrößerte Ovarien/unklare Ovarialzysten; Ovarial-, Uterus- oder Mammakarzinom; Schwangerschaft nicht möglich (z. B. vorzeitige Menopause, Missbildungen der Genitalorgane, Myome mit Verzerrung der Cavitas); Anwendung bei Kindern/Jugendlichen <18 J. nicht vorgesehen. 

 

Nebenwirkungen (Auszug für die Beratung):

Sehr häufig: Ovarialzysten; Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerz, Rötung, Juckreiz, Hämatom, Schwellung, Reizung); Kopfschmerzen. Häufig: Übelkeit/Erbrechen, Diarrhö, Brustschmerzen, Unterbauch-/Beckenschmerzen, uterine Krämpfe/Blutungen. OHSS häufig; in komplizierten Verläufen gelegentlich bis selten u. a. Ovarialtorsion, Thromboembolien, Flüssigkeitsverschiebungen. Sehr selten: Asthmaexazerbation; schwere allergische Reaktionen wurden berichtet. Bei Symptomen ärztliche Abklärung. 

 

Wechselwirkungen/Kompatibilität:

Keine spezifischen pharmakokinetischen Wechselwirkungsangaben im Beipackzettel; Pergoveris nicht in derselben Spritze mit anderen Arzneimitteln mischen. Kombination mit zugelassener Follitropin-alfa-Zubereitung als separate Injektion möglich – nur nach ärztlicher Anordnung. 

 

Frei von/Ernährungsrelevantes: Laktosefrei und glutenfrei sind nicht explizit deklariert. Enthält u. a. Sucrose, Phenol und Poloxamer 188. Vegan-/tierfrei-Status nicht angegeben (rekombinante Proteine). Für spezielle Diät-/Ethikfragen ggf. Herstelleranfrage einplanen. 

 

Verkehrstüchtigkeit/Maschinenbedienung: Keine zu erwartende Beeinträchtigung. 

 

Lagerung und Haltbarkeit (für Beratung/„Reisen“ besonders relevant):

Vor Anbruch im Kühlschrank (2–8 °C) lagern; nicht einfrieren; in der Originalverpackung vor Licht schützen. Nach Anbruch: Aufbewahrung bis zu 28 Tagen ungekühlt bei ≤25 °C möglich; danach Restmengen verwerfen. Sichtprüfung vor Anwendung (klar, partikelfrei). Nadeln nach Gebrauch sicher entsorgen. Hinweis für Reisen: Ungeöffnete Pens laut Fach-/Gebrauchsinformation im Kühlschrank lagern; die Option „bis zu 28 Tage bei ≤25 °C“ bezieht sich ausdrücklich auf den angebrochenen Mehrfachdosis-Pen. Für Reisen ohne Kühlung vor Anbruch ist nach Packungsangabe keine Freigabe enthalten – im Zweifel Stabilitätsbestätigung des Herstellers einholen oder Kühlkette (Kühlakku/Isoliertasche) sicherstellen. 

 

Typische Patientenfragen und Kurzantworten für den HV:

– „Wie lange darf der geöffnete Pen ungekühlt?“ → Bis zu 28 Tage bei ≤25 °C; dann verwerfen. 

– „Darf ich den Pen einfrieren?“ → Nein, nicht einfrieren. 

– „Wann ist der beste Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr?“ → Am Tag der hCG-Gabe und am Folgetag (sofern ärztlich hCG ausgelöst wird). 

– „Was tun bei plötzlichen Unterbauchschmerzen/Übelkeit/Atemnot?“ → Sofort ärztlich abklären (möglicher OHSS); hCG ggf. nicht geben lassen. 

– „Kann ich selbst injizieren?“ → Ja, nach Einweisung; Anwendungshinweise beachten. 

– „Erhöhtes Risiko für Zwillinge?“ → Ja, Mehrlingsrisiko erhöht; engmaschige Kontrollen wichtig. 

 

Beratungshinweise für die Apotheke: Vor jeder Abgabe auf Kontraindikationen und aktuelle Therapieplanung prüfen. Auf Anzeichen eines OHSS sensibilisieren und die Notwendigkeit ärztlicher Kontrollen (US/Östradiol) betonen. Lagerung/Transport klar erklären (Kühlkette bis zur ersten Nutzung; nach Anbruch ggf. Raumtemperatur ≤25 °C bis 28 Tage). Mischinjektionen vermeiden; getrennte Applikation, wenn zusätzliches FSH verordnet ist. Verlässlich entsorgen; neue Nadel je Injektion. Schwangerschaft/Stillzeit kontraindiziert – bei Eintritt der Schwangerschaft Therapieabbruch. 

 

Mehr zum Produkt: Hinweise zur Anwendung des Pergoveris-Fertigpens (Merck) unter dem Hersteller-Link in der Packungsbeilage. 

 

Beipackzettel unter: 

https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/pq/pergoveris-900-ie--450-ie144-ml-injektionsloesung-im-fertigpen

 

Allgemeine Hinweise (zusätzlich zur Produktinformation): Keine weiteren externen Wirk-/Hintergrundinformationen bereitgestellt; bei patientenindividuellen Fragen (z. B. Reisen ohne Kühllagerung vor dem ersten Anbruch, kombinierte Stimulationsprotokolle, Risikoabschätzung für OHSS) ärztliche Rücksprache bzw. Hersteller-Medical-Information empfehlenswert. 

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