Slinda 4 mg Filmtabletten (Drospirenon)
Zusammensetzung:
Jede weiße, wirkstoffhaltige Filmtablette enthält 4 mg Drospirenon und 17,5 mg Lactose. Jede grüne Placebo-Filmtablette enthält 55,5 mg Lactose-Monohydrat. Das Produkt enthält somit Lactose, ist aber nicht laktosefrei, nicht vegan und enthält keine Angaben zu Glutenfreiheit.
Darreichungsform:
Filmtabletten – 24 weiße (Wirkstoff), 4 grüne (Placebo) pro Blister.
Anwendungsgebiete:
Hormonelle Kontrazeption (Empfängnisverhütung).
Dosierung und Einnahme:
Täglich eine Filmtablette über 28 Tage hinweg, davon:
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Tag 1–24: eine weiße, wirkstoffhaltige Tablette,
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Tag 25–28: eine grüne, wirkstofffreie Tablette.
Die Tabletten sollen täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Der erste Einnahmetag ist der erste Tag der Regelblutung. Eine neue Blisterpackung wird ohne Pause direkt nach der vorherigen begonnen.
Keine Angabe, ob mit oder ohne Nahrung einzunehmen.
Vergessene Einnahme – Was ist zu tun?
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Weniger als 24 Stunden verspätet:
→ Einnahme sobald wie möglich nachholen. Kein Wirkverlust.
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Mehr als 24 Stunden verspätet (bei weißen Tabletten):
→ Einnahme sofort nachholen, auch wenn zwei Tabletten gleichzeitig eingenommen werden müssen. In den folgenden 7 Tagen zusätzlich Barrieremethode (z. B. Kondom) anwenden.
→ Wurde in der Woche vor dem Einnahmefehler Geschlechtsverkehr gehabt, Schwangerschaftsrisiko beachten.
→ In Woche 3 vergessen: Placebotabletten überspringen, direkt mit neuem Blister beginnen.
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Grüne Tabletten vergessen: Diese können ignoriert und verworfen werden.
Erbrechen/Durchfall innerhalb von 3–4 Stunden nach Einnahme:
→ Es ist eine neue (Ersatz-)Filmtablette möglichst innerhalb von 24 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit einzunehmen.
→ Wenn mehr als 24 Stunden vergangen sind: wie bei vergessener Einnahme verfahren.
→ Ersatztablette ggf. aus zweitem Blister entnehmen.
Wechselwirkungen (Auswahl):
Wirksamkeit kann durch Enzyminduktoren herabgesetzt werden, z. B.:
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Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut
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Auch bestimmte HIV/HCV-Arzneimittel (z. B. Ritonavir, Nevirapin)
→ In diesen Fällen: zusätzlich Barrieremethode für die Dauer der Einnahme und 28 Tage danach.
Johanniskraut (Hypericum perforatum) kann die Wirksamkeit von Drospirenon – und damit auch von Slinda – ernsthaft beeinträchtigen.
Laut Fachinformation für Slinda werden Präparate mit Johanniskraut ausdrücklich als Enzyminduktoren genannt. Sie steigern die Aktivität von Leberenzymen (v. a. CYP3A4), was zu einer beschleunigten Metabolisierung von Sexualhormonen wie Drospirenon führen kann. Die Folge:
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verminderte Serumspiegel von Drospirenon,
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erhöhtes Risiko für Zwischenblutungen,
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und insbesondere ein Wirkverlust der empfängnisverhütenden Wirkung.
Empfehlung:
Frauen, die Slinda einnehmen, sollten keine Produkte mit Johanniskraut verwenden. Falls dies doch notwendig ist, muss während der Einnahme und mindestens 28 Tage danach zusätzlich eine Barrieremethode (z. B. Kondom) angewendet werden
Nebenwirkungen (häufig):
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Akne, Kopfschmerzen, Zwischenblutungen, Brustschmerzen
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Stimmungsveränderungen, Libidoverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Amenorrhoe
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Gewichtszunahme möglich
Kontraindikationen:
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Venöse Thromboembolien
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Schwere Leber- oder Nierenerkrankungen
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Verdacht auf hormonabhängige Tumore
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Nicht abgeklärte Blutungen
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Überempfindlichkeit gegen Bestandteile
→ Achtung bei: Bluthochdruck, Depression, Stillzeit, Hyperkaliämie.
Allgemeine Hinweise:
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Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten besteht nicht.
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Regelmäßige Einnahme ist entscheidend für den Verhütungsschutz.
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Slinda kann zu einem geänderten Blutungsmuster führen, z. B. Zwischenblutungen oder Ausbleiben der Menstruation.
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Während der Stillzeit einsetzbar, da <1 % der Dosis in die Muttermilch übergeht.
Beipackzettel unter:
https://www.fachinfo.de/fi/pdf/023329
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