Vomex A Retardkapseln
Bezeichnung:
Vomex A Retardkapseln (150 mg Dimenhydrinat pro Hartkapsel)
Zusammensetzung:
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Wirkstoff: 150 mg Dimenhydrinat
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Sonstige Bestandteile: 127,12 mg Saccharose, Maisstärke, Talkum, Schellack, Povidon K30, Titandioxid, Gelatine, Chinolingelb, Indigocarmin, Erythrosin, Patentblau V.
Anwendungsgebiete
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Prophylaxe und symptomatische Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, insbesondere bei Reisekrankheit (Kinetosen).
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Nicht geeignet für die alleinige Behandlung von zytostatika-induzierter Übelkeit.
Zielgruppe:
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Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene über 56 kg Körpergewicht.
Dosierung & Anwendung
Standarddosierung:
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Erwachsene & Jugendliche ab 14 Jahren (über 56 kg):
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1 Kapsel morgens und 1 Kapsel abends (max. 300 mg Dimenhydrinat/Tag).
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Die Obergrenze von 2 Kapseln pro Tag darf nicht überschritten werden.
Einnahmehinweise:
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Unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit.
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Zur Vorbeugung gegen Reisekrankheit: Erste Einnahme ½ - 1 Stunde vor Reisebeginn.
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Zur Therapie von Übelkeit & Erbrechen: Einnahme morgens und abends.
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Mindestabstand zwischen zwei Dosen: 8 Stunden.
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Maximale Anwendungsdauer: Spätestens nach 2 Wochen prüfen, ob eine Fortsetzung nötig ist.
Gegenanzeigen (Nicht einnehmen bei)
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Allergie gegen Dimenhydrinat oder Antihistaminika
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Akuter Asthma-Anfall
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Grüner Star (Engwinkelglaukom)
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Phäochromozytom
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Porphyrie
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Prostatahyperplasie mit Restharnbildung
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Epilepsie & Krampfanfälle
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Herzrhythmusstörungen (z. B. WPW-Syndrom)
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Kinder unter 14 Jahren oder unter 56 kg
Besondere Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
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Atemwegserkrankungen (Asthma, chronische Bronchitis): Kann zu zäherem Schleim führen.
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Leber- & Niereninsuffizienz: Risiko erhöhter Wirkstoffkonzentration.
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Kardiovaskuläre Erkrankungen: Verlängertes QT-Intervall, Risiko für Herzrhythmusstörungen.
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Morbus Parkinson: Verstärkung der anticholinergen Wirkung.
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Alte Patienten: Höheres Risiko für Verwirrtheit, Schwindel, Konzentrationsstörungen.
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Diabetiker: Enthält 127,12 mg Saccharose pro Kapsel.
Wechselwirkungen (Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme mit)
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ZNS-dämpfenden Medikamenten: (Psychopharmaka, Schlafmittel, Schmerzmittel, Narkotika) → Verstärkte Dämpfung.
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Anticholinergika: (Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva) → Verstärkte Nebenwirkungen.
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Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern): Gefahr von lebensbedrohlicher Darmlähmung & Harnverhalt.
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Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern: (Antiarrhythmika Klasse IA/III, bestimmte Antibiotika, Malaria-Mittel, Neuroleptika) → Risiko für Herzrhythmusstörungen.
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Blutdrucksenkende Mittel: Verstärkte Müdigkeit & Blutdrucksenkung.
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Aminoglykosid-Antibiotika: Ototoxische Wirkung kann maskiert werden.
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Alkohol: Verstärkung der Nebenwirkungen & starke Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit.
Schwangerschaft & Stillzeit
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Schwangerschaft: Nur wenn nötig; in den letzten Wochen vermeiden → Kann Wehen auslösen.
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Stillzeit: Geht in die Muttermilch über → Entweder Medikament absetzen oder Abstillen.
Nebenwirkungen
Sehr häufig (≥1/10):
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Schläfrigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Muskelschwäche.
Häufig (≥1/100 - <1/10):
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Sedierung, Mundtrockenheit, Tachykardie, Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen).
Gelegentlich (≥1/1.000 - <1/100):
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Schwindel, Verwirrtheit, Halluzinationen, Sehstörungen, Nervosität, Tremor, Harnverhalt.
Selten (≥1/10.000 - <1/1.000):
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Hautausschlag, Photosensibilität, Blutbildveränderungen.
Sehr selten (<1/10.000):
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Leberfunktionsstörungen, Verlängerung des QT-Intervalls im EKG.
Besonderheiten bei Kindern:
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Paradoxe Reaktionen möglich: Unruhe, Erregung, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Zittern.
Besonderheiten bei älteren Patienten:
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Höheres Risiko für Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen & Schwindel.
Überdosierung & Vergiftungsgefahr
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Lebensbedrohlich, insbesondere für Kinder.
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Symptome:
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Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit
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Stark erweitere Pupillen, Sehstörungen
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Tachykardie, hohes Fieber, gerötete Haut
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Krampfanfälle, Halluzinationen
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Atem- & Herz-Kreislauf-Stillstand möglich
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Maßnahmen:
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Notruf wählen!
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Keine eigenständige Behandlung versuchen.
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Keine Selbstversuche mit Erbrechen!
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Bei oraler Einnahme: Magenspülung & Aktivkohle.
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Bei Krämpfen: Diazepam, ggf. Beatmung.
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Antidot: Physostigminsalicylat bei anticholinergem Syndrom.
Pharmakologische Eigenschaften
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Wirkmechanismus: Antihistaminikum mit anticholinerger Wirkung.
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Wirkeintritt: 30–60 Minuten.
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Wirkdauer: 3–6 Stunden.
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Metabolismus: In der Leber (First-Pass-Effekt).
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Ausscheidung: Über die Niere (Hauptsächlich als Metaboliten).
Zusätzliche Informationen
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Haltbarkeit: 3 Jahre.
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Lagerung: Unter 25°C lagern.
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Verpackungseinheiten: 20 Stück / 100 Stück Klinikpackung.
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Hersteller: Klinge Pharma GmbH, Deutschland.
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Apothekenpflichtig.
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